Besuch in Nanchang 2016

Abschlussbericht der begleitenden Lehrkraft:

Wenn Träume wahr werden...- Rückblick auf eine unglaubliche Zeit

Schon über 2 Monate ist es jetzt her, dass wir unsere chinesischen Freunde in Nanchang besucht haben. Die Zeit, die wir dort verbrachten, verging wie im Flug. Zwei Wochen waren wie ein Wimpernschlag vorbei. Plötzlichen befanden wir uns wieder Zuhause in Deutschland, wurden in den Alltag zurückversetzt und das riesige Abenteuer war nur schwer zu realisieren.
In China war alles so schön anders, alles war neu, alles war spannend. Man sprach über Kultur, Schule und Politik, aber auch über ganz normale Dinge, die man als Jugendlicher so macht. Schnell bemerkten wir, dass wir doch viele Gemeinsamkeiten haben, auch wenn uns eine riesige Entfernung trennt und auch wenn wir nicht dieselbe Sprache sprechen. Sehr verbunden hat uns alle die Musik.
Manchmal frage ich mich noch, ob ich wirklich dort war, auf der anderen Seite der Welt, 12 Flugstunden entfernt- Wahnsinn!
Aber genau in diesen Augenblicken kommen alle unzähligen Glücksgefühle in mir auf, die diese Reise wie Spuren auf meiner Seele hinterließ. Die Bilder im Kopf sind unbezahlbar, genauso wie alle Erfahrungen, welche wir machen durften.
Wir alle sind eine Squad- eine riesige, bunte, witzige Familie. Kontakt haben wir natürlich immer noch, über Facebook, WhatsApp oder liebe E-Mails, die wir uns gegenseitig zuschicken. Tröstliche Smilys imitieren unser Lachen, welches ich immer noch hören kann, wenn ich meine Augen schließe.
Diese Reise war viel mehr als nur ein Besuch in einem unbekannten Land. Diese Reise hat uns so viel gegeben. Unsere Austauschschüler schenkten uns Geduld, Herzenswärme und einen Einblick in ihr Leben, genauso wie unsere Gastfamilien und alle anderen, die uns auf unserer Reise begegnet sind.
Wir bedanken uns bei jedem, der uns dieses Abenteuer ermöglicht hat und blicken glücklich und sehnsüchtig auf die unglaubliche Zeit zurück.

 

Schülerbericht 1:
Eine ungefähre Vorstellung, wie das Leben in China aussehen würde, hatte wohl jeder von uns 19 Schülerinnen und Schülern vor der Reise nach Nanchang im Kopf.
Doch was uns erwartete, war noch viel größer und trubeliger, als wir es uns vorstellen konnten. Bereits vom Flugzeug aus sahen die Städte mit ihren Reihen von Hochhäusern sehr beeindruckend und imposant aus, doch wenn man erst mal mitten im Geschehen steht, bekommt das Ganze noch gewaltigere, bisher für uns Deutsche unbekannte, Dimensionen. Nach einem sehr herzlichen Empfang der chinesischen Partnerschule (No. 1 Middle School) durften wir auch schon mit unseren Gastfamilien losziehen und gewannen erste Eindrücke des chinesischen “way of life”. Neben dem Essen ist auch der Straßenverkehr ganz anders, als wir ihn aus Deutschland kennen. Viele Mofas und Fußgänger sind unterwegs, die sich schnell zwischen den wartenden Autos hindurch schlängeln können. Aufgrund dessen ist die Hupe aus dem Straßenverkehr nicht wegzudenken und größte Aufmerksamkeit beim Überqueren der Straße gefordert. Aber nicht nur der Verkehr ist laut, auch die Chinesen sind sehr temperamentvoll und immer als die Lautesten unserer Gruppe unterwegs.
Während wir den Samstag mit unseren Gastfamilien verbracht haben und beispielsweise das Wahrzeichen der Stadt (den Tengwang Pavillon) besucht haben oder mit dem Riesenrad am Fluss gefahren sind, kamen wir am Sonntag das erste Mal mit der wunderschönen Natur Chinas in Berührung. Mit dem Bus fuhren wir auf den Berg Meiling. Dort gibt es einen hellgrünen Bambuswald und leuchtend gelbe Rapsterassenfelder. An den Straßenrändern sind stets kleine Stände zu entdecken, an denen chinesische Snacks oder Spielzeug verkauft werden.
Wir freuen uns darauf, viele weitere Entdeckungen in den nächsten zehn Tagen zu erleben.

Autorin: Laura Trensich (Julius-Spiegelberg-Gymnasium Vechelde)


Schülerbericht 2:
Heute ist schon unser fünfter Tag in Nanchang und immer noch begegnen uns neue Dinge, die wir nicht glauben können. Busse, die quer auf der Kreuzung stehen, anschnallen kann man sich sowieso meist nicht und oft ist auch das Essen gewöhnungsbedürftig: Von 100-jährigen Eiern über knorpelige Schweineohren bis zu Hühnerfüssen haben wir schon alles probiert. Auch der Schulunterricht verläuft komplett anders als in Deutschland. 45-53 Schüler sitzen mit mindestens 10 verschiedenen Büchern an winzigen Tischen und folgen ihren jeweiligen Lehrern von 8:00 bis 22:00 Uhr.
Dennoch hat Nanchang für uns auch andere Seiten als den täglichen Unterricht, von dem wir nur die Begrüßung “Ni hao!” verstehen. Wir machen viele Ausflüge wie z.B. in die Berge mit Bambuswäldern, umgeben von traditionellen chinesischen Dörfern. Dabei sind wir oft als Gruppe unterwegs.
Passend zu dem guten Verhältnis zwischen den Deutschen und den Chinesen, erwähnte An Huy, einer unserer deutschen Mitschüler, in seiner Rede zur Eröffnungsveranstaltung ein sehr schönes Motto für unseren Austausch “Yesterday we were strangers, today we are friends and tomorrow we will be united as a family.” Als ein Zeichen der Einheit hat jeder der Deutschen auf der Eröffnungsfeier die Jacke der Schuluniform geschenkt bekommen, mit der wir uns unseren chinesischen Partnern noch näher fühlen.
Insgesamt sind wir uns sicher, dass wir noch eine schöne Zeit in Nanchang verbringen und viel Spass haben werden.
“Zai jian!” (Tschüss)

Autorinnen: Sophia Kluge & Talita Seidel (Ratsgymnasium Peine)