Das Jahr 2015: JSG startet Schüleraustausch mit Spanien

16 Schülerinnen und Schüler und zwei Lehrerinnen der spanischen Sekundarschule "Pintor Luis Sáez" waren vom 18. bis 28. April 2015 zum ersten Mal zu Gast in unserer Schule. Sie kommen aus der etwa 250 km nördlich von Madrid gelegenen Stadt Burgos. Die Initiative zu diesem Austausch entstand durch den persönlichen Kontakt von Frau Mensendiek zu der spanischen Lehrerin Gloria Alvarez Sabando in Burgos.  Schon weit vor diesem ersten Besuch waren die Schülerinnen und Schüler des Seminarfachs im Jahrgang 11 des JSG Vechelde per Handy, Mail und Brief mit ihren spanischen Partnern in Kontakt und warteten seitdem gespannt auf das erste persönliche Kennenlernen.
Nach der freudigen Begrüßung am Flughafen in Hannover war der folgende Sonntag ganz dem Kennenlernen in der Gastfamilie gewidmet. Ab Montag begann der wahre Kulturschock: Schulbeginn um 7.30 Uhr! Für spanische Verhältnisse deutlich vor dem Aufwachen. Die Woche begann mit der Begrüßung in der Schule durch die Schulleitung und die Vertreterin der Gemeinde Vechelde, Frau Schwartz-Landeck. Danach folgte ein vielfältiges Austausch-Programm: Rallye durch Vechelde, Besichtigungen von Autostadt, Braunschweig und Hannover, eine Tagestour nach Berlin, Bowling, zusammen kochen und feiern.
Da die spanischen Schülerinnen und Schüler in ihrer Schule kein Deutsch lernen, sondern in einer bilingualen Englischklasse sind,  gab es für sie auch ein paar Deutschstunden, in denen viele deutsche Wörter sich als wahre Zungenbrecher entpuppten. Zum Lieblingswort wurde „lecker“, leicht zu merken und einfach auszusprechen. Der Berlinbesuch stand ganz unter dem Thema „Deutsche Teilung und Wiedervereinigung“, das zuvor in einer Geschichtsstunde vorbereitet worden war, da die spanischen Schülerinnen und Schülern darüber nur wenige Vorkenntnisse mitbrachten.
Nach einem weiteren Wochenende in den Gastfamilien mit vielen gemeinsamen Aktivitäten folgte am 28. April der tränenreiche Abschied, denn inzwischen waren viele enge Freundschaften entstanden. Aber zum Glück ist es nur ein „Hasta la vista“, denn im September 2015 wird es ein Wiedersehen in Spanien geben. Dann reist die Schülergruppe des JSG nach Burgos, um dort ein spannendes Programm zu erleben, unter anderem den Besuch der Hauptstadt Madrid.


Rückbesuch am "IES Pintor Luis Sáez" in Burgos im September 2015

Auf nach Nordspanien! Am 18. September 2015 startete der Rückbesuch des ersten Spanienaustauschs des Julius-Spiegelberg-Gymnasiums, der bereits im April 2015 mit dem Besuch der Spanier am JSG begonnen hatte. Die Austauschschule „IES Pintor Luis Sáez“, eine moderne Sekundarschule, liegt in Burgos, das zur Region Kastilien gehört, der Ursprungsregion der spanischen Sprache, die deshalb auch „Castellano“ genannt wird. 16 Schülerinnen und Schüler des Seminarfachs in Jahrgang 12 „Spanien in Europa – mehr als Strand, Sonne, Sangría“ machten sich zusammen mit Frau Mensendiek und Frau Sánchez auf den Weg. Nordspanien ist leider von Deutschland aus nicht so leicht zu erreichen wie Mallorca. Daher ging unsere Reise zunächst nach Madrid, wo wir einen eintägigen Zwischenstopp eingeplant hatten, um wenigstens einen ersten Eindruck von der Hauptstadt Spaniens zu bekommen. Aber Iberia torpedierte unsere Pläne und verlegte unseren Flug vom Nachmittag auf den Abend, so dass wir erst um Mitternacht unser Hotel in Madrid erreichten. Eigentlich Zeit, gleich ins Bett zu fallen, aber nicht, wenn man neugierig auf Madrid ist. Also unternahmen wir noch eine Nachtwanderung durch das Stadtzentrum. Wer erwartet hatte, dass hier noch das Leben pulsiert, wurde aber etwas enttäuscht, denn die Straßen und Plätze waren schon ziemlich menschenleer. Es war eben kein Freitagabend, sondern Freitagmorgen. Erst um 3.00 morgens fielen wir dann erschöpft in die Hotelbetten, aber keine Müdigkeit vortäuschen! Die Chance musste genutzt werden. Am nächsten Morgen wurde um 9.00 gefrühstückt, und dann ging es wieder los in die Stadt. Ein Rundgang vorbei am Prado-Museum in den Retiro-Park, dann zur Puerta de Alcalá und zum Parlamentsgebäude, zu dem eine Schülerin einen Vortrag vorbereitet hatte. Nach einem schönen Café-Stopp auf einer Dachterrasse ging es zum Königspalast mit der Kathedrale und am Marktgebäude vorbei zu den wichtigsten Plätzen Plaza Mayor und Puerta del Sol. Die Füße machten sich aber langsam unangenehm bemerkbar und der Rückweg zum Hotel musste angetreten werden. Dort wurden wir mit dem Bus abgeholt und konnten uns auf der Fahrt nach Burgos etwas erholen, denn der Abend würde noch lang werden.
Nach einem fröhlichen Wiedersehensempfang mit den spanischen Schülern begann der erste Abend in den Familien, wo zum Teil Hände und Füße zur Verständigung mit zum Einsatz kamen. Das Wochenende verbrachten alle mit Aktivitäten mit ihren Austauschpartnern und –familien und erhielten schon viele Einblicke in regionale Sehenswürdigkeiten und in spanische Lebensart. Ab Montag startete ein gut gefülltes Besichtigungsprogramm: Stadtrundgang durch Burgos und seine beeindruckende Kathedrale; Besuch des nahe gelegenen Baskenlandes und der Stadt Guernica mit ihrem Friedensmuseum. Bilbao mussten wir dann leider im Regen erkunden. Ein Tag in der Schule mit anschließendem Picknick bildete eine kleine Verschnaufpause, bevor wir am nächsten Tag in den Süden nach Salamanca aufbrachen, eine zum Weltkulturerbe gehörende wunderschöne Universitätsstadt mit einem sehr gut erhaltenen historischen Stadtbild.
Burgos liegt auf dem Jakobsweg, dem berühmten Pilgerweg quer durch Nordspanien nach Santiago de Compostela. Also durfte das Wandern einer Pilgerstrecke in unserem Programm nicht fehlen. Alle hatten sich mit bequemem Schuhwerk ausgerüstet und am ziemlich kühlen Morgen des vorletzten Tages machten wir uns auf den Weg. Nach den ersten 12 km, gut der Hälfte der Etappe, waren fast alle noch guten Mutes und weiter ging’s, nochmals 6 Kilometer, aber dann wurde doch der Rückweg angetreten, um den Nachmittag und Abend noch in den Familien verbringen zu können.
Nach einem tränenreichen Abschied mussten wir am nächsten Morgen, 26. September, die Rückreise zum Flughafen Madrid antreten. Eine wunderschöne Reise mit vielen Einblicken in das wahre spanische Leben, das fast gar nichts mit dem Mallorca-Bild zu tun hat. Wir bleiben in Kontakt und hoffen, dass sich noch viele weitere Austausche anschließen werden.