Bericht über die Studienfahrt des Jahrgangs 10 nach Krakau und Auschwitz vom 18.06.16 bis 21.06.16

Zum nunmehr dritten Mal nach 2012 und 2014 hat die Studienfahrt nach Krakau und Auschwitz , die von Herrn Schuchmann organisiert und von Frau Hahn fachlich betreut worden war, stattgefunden.
Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 10 des Julius-Spiegelberg-Gymnasiums in Begleitung von Herrn Schuchmann  sowie Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 9 des Gymnasiums Uetze haben drei der touristisch wie historisch bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Polens besucht.

18.6.2016

Los ging es am 18.6.2016 morgens um halb acht ab Hannover mit dem Zug nach Berlin, dann weiter nach Warschau und nach nochmaligem Umsteigen in Warschau wurde dann abends gegen 18.25 Uhr mit zehnminütiger Verspätung Krakau erreicht.
Die Teilnehmer waren hinreichend auf die Zugfahrt vorbereitet, sodass es ihnen nicht langweilig wurde. Die Langeweile wurde denn auch auf verschiedene Arten, wie z. B. Abteilparty, Lesen oder Schlafen vertrieben.
In Krakau angekommen, wechselten diejenigen Schüler, die kein polnisches Geld dabei hatten, erst einmal ihre Euros in polnische Sloty. Dies konnte man sehr gut am Krakauer Hauptbahnhof oder auch im benachbarten Einkaufszentrum, der „Galeria Krakowska“,  erledigen.
Vom Bahnhof ging es dann zu Fuß zum Hotel, das sowohl vom Bahnhof als auch vom historischen Stadtkern  ungefähr 15 Minuten entfernt lag.
Nach dem Beziehen der Zimmer – die Belegung musste noch während der Zugfahrt geklärt werden, war aber problemlos – ging es zum Abendessen in das Restaurant unseres Hotels.
Dort wurden wir von Frau Warminska, der polnischen Reiseleiterin, die in Polen die Programmpunkte in Absprache mit Herrn Schuchmann organisiert hatte, in Empfang genommen und der Ablauf wurde im einzelnen besprochen, auch, was am nächsten Tag in Auschwitz im Museum alles zu beachten sein würde.
Dies sollte eine ganze Menge sein, doch dazu später mehr.
Am Abend boten die Lehrkräfte den Schülern einen Spaziergang zur ersten Erkundung Krakaus in das Stadtzentrum auf den historischen Marktplatz an. Alle SchülerInnen nahmen das Angebot nach der langen Bahnfahrt an und bewaffneten sich mit ihren Smartphones oder Digitalkameras, um die ersten Eindrücke der (noch) unbekannten Stadt festzuhalten. Das Wetter war sehr gut und auf dem Marktplatz herrschte ein Flair, dass man hätte meinen können, man sei in einem südeuropäischen, aber nicht in einem osteuropäischen Land.
Was allen sofort auffiel, waren die unheimlich vielen jungen Leute auf den Straßen, was auch der Tatsache geschuldet ist, dass Krakau eine Universitätsstadt ist, in der ca. 200000 Studenten ihr Studium absolvieren.
Überall Leute in Restaurants, Straßenmusikanten und diverse Verkäufer, die ihre Waren anboten. Die Schüler nutzen hier schon ausgiebig die Gelegenheit, Fotos zu machen.
Gegen 23.00 Uhr waren dann alle wieder im Hotel und fielen erschöpft in die Betten. Es war auch ratsam, bald schlafen zu gehen, da am Sonntag mit dem Besuch des Konzentrationslagers Auschwitz der erste Höhepunkt der Fahrt anstand.

19.6.2016

Nach dem Frühstück ging es mit dem Bus um 8.15 Uhr nach Auschwitz.
Unsere deutschsprachige Führung war für 9.30 Uhr anberaumt und wir durften diesen Termin auf keinen Fall verpassen, da wir sonst die Führung nicht hätten wahrnehmen können.
Der Eingang des Museums gleicht mittlerweile einem Hochsicherheitstrakt. Darauf hatte uns Frau Warminska am Vorabend schon hingewiesen. Um in das Museum zu gelangen, musste man die Sicherheitsschleuse passieren, in der man alle Gegenstände in den Korb und sogar den Gürtel ablegen musste.
Wir wurden dann von unserer Museumsführerin in Empfang genommen und der Rundgang durch das Museum begann. Hier wurden die Schülerinnen und Schüler mit all den Grausamkeiten konfrontiert, die die Nationalsozialisten im Rahmen ihrer Rassenideologie erdacht hatten. Unter anderem wurde man durch die verschiedensten Gebäude des Lagers geführt. So sahen die Schüler auch die Räume, in denen das Gepäck der Ankömmlinge, das den Frauen abgeschnittene Haar oder das ganze Kochgeschirr gezeigt wurden. Sehr bedrückend war auch das Haus, in dem an den Wänden die Portraits vieler Lagerinsassen mit einer Kurzbeschreibung ihres Schicksals hingen. Außerdem waren diverse Todes- und Folterzellen  zu sehen, und zwar auch diejenige, in welcher Maximilian Kolbe vor seiner Hinrichtung die letze Nacht verbracht hat. Sehr beklemmend war auch der Anblick des Krematoriums.
Nach einer kurzen Pause ging es dann weiter in das Lager Auschwitz-Birkenau, das man oft im Fernsehen sieht, und zwar dasjenige Tor, durch welches ein Gleis führt.
Auch hier wurden noch einige Baracken besichtigt, in denen die Lagerinsassen untergebracht waren und Informationen, wie sie untergebracht waren, z. B.  , dass sich vier Leute eine Pritsche zum Schlafen teilen mussten. Zum Schluss ging es noch zur Gedenkstätte, wo die Museumsführerin erklärte, dass hier in alle Sprachen der Häftlinge darum gebeten wird, dass sich so etwas nie wiederholen möge.
Mit diesen Eindrücken ging es dann zurück nach Krakau, wo die Schüler dann ab 15.00 Uhr erst einmal Freizeit hatten, um die Eindrücke sacken zu lassen, etwas essen zu gehen oder einfach Krakau weiter auf eigene Faust zu erkunden. Die Schüler hatten im Hotel Stadtpläne bekommen, sodass sie sich - jeweils in Dreiergruppen laufend – in der Stadt orientieren konnten.
Für 19.30 Uhr war ein Treffen im Hotel mit dem Ziel angesetzt, dass den SchülerInnen die Gelegenheit gegeben werden sollte, das Erlebte zu bewerten.
Frau Hahn leitete als Historikerin die Diskussion und konnte zu den interessanten und bemerkenswerten Bemerkungen und Fragen der Schülerinnen und Schüler souverän Antworten und zusätzliche Informationen liefern.
Im Anschluss brach die Gruppe nochmals ins Zentrum auf, um frische Luft zu schnuppern.
Gegen 23.00 Uhr herrschte dann  Bettruhe.

20.6.2016

Heute standen am Vormittag eine Stadtführung durch das Zentrum Krakaus und am späten Nachmittag der Besuch des Salzbergwerks Wieliczka, das östlich von Krakau liegt, auf dem Programm.
Los ging es nach dem Frühstück um 9.00 Uhr, da die Führung um halb zehn am Fuße der Wawel-Festung beginnen sollte.
Frau Warminska verstand es, in ca. drei Stunden die wichtigsten und für Schüler interessantesten Sehenswürdigkeiten zu zeigen und jeweils die wichtigsten Informationen zu geben. So besuchte die Schülergruppe u. a. den Innenhof der Wawel-Festung, den Innenhof eines Gebäudes der Krakauer Universität. Hier schafften wir es diesmal zeitlich, um 11.00 Uhr das Glockenspiel, das verschieden Gelehrte zeigt, zu hören und zu sehen. Außerdem besichtigten wir die Marienkirche, die wegen ihres von Veit Stoß erbauten Altarsüber Krakaus Grenzen hinaus berühmt ist. Ein ganz besonderes Erlebnis war die Öffnung dieses Altars um 11.50 Uhr.  Kurz darauf  konnten die Schüler vor der Kirche um 12.00 Uhr den Trompeter bestaunen, der ein Lied zur Erinnerung an die Rettung Krakaus in einem Krieg spielt.
Danach begaben sich alle in ein von der polnischen Reiseleiterin ausgesuchtes Restaurant, da die Gruppe beschlossen hatte, einmal gemeinsam zu essen.
Da Wielicka am frühen Abend besucht wurde, war die gemeinsame Mahlzeit auf das Mittagessen vorgezogen worden. Es standen drei Gerichte zur Auswahl, sowohl vegetarisch als auch mit Fleisch, die zu einem akzeptablen Preis angeboten wurden.
Danach hatten die Schüler bis um 15.30 Uhr Freizeit.
Um 16.22 Uhr fuhren wir mit dem Bus vom Krakauer Hauptbahnhof nach Wieliczka, das durch sein Salzbergwerk berühmt ist.
Unsere Führung stand für 17.40 Uhr auf dem Programm, daher mussten wir frühzeitig aus Krakau abfahren, um auch diesen Termin, der eigens für uns anberaumt worden war, nicht verfallen zu lassen.
Los ging es gleich nach dem Eingang über eine Treppe bis zu 90 Meter tief unter die Erde. Durch diverse Gänge wurde das Museum erkundet. Sehr beeindruckend war, dass z. B. in einem Raum alle Gegenstände, so ein Abbild von Papst Johannes Paul II. oder auch die Kronleuchter, aus Salz sind.
Nach ca. zwei Stunden und 15 Minuten traten wir den Weg zum Aufzug an, der eine interessante Konstruktion war, da vier übereinander befindliche Kabinen Kabinenaus ca. 130 Meter Tiefe in die Höhe bewegt wurden und man zu neunt in der Kabine, aber ohne Aufzugführer, fuhr.
Um kurz nach acht wurde die Rückfahrt nach Krakau mit dem Bus angetreten, bis 23.30 Uhr hatten die SchülerInnen Freizeit.

21.6.2016

Um 9.30 Uhr verließ die Gruppe das Hotel zu Fuß in Richtung Hauptbahnhof, da um 10.11 Uhr der Zug nach Warschau abfuhr.
In Warschau hatten die Schülerinnen und Schüler zum letzten Mal die Gelegenheit im benachbarten Einkaufszentrum „Zlote tarasy“ ihre letzten Zloty auszugeben.
Um 14.00 Uhr fuhr der Zug nach Berlin und um 19.47 Uhr der ICE nach Hannover, der um 21.28 Uhr planmäßig in Hannover ankam.
Damit war die Studienfahrt offiziell beendet.
Sehr beeindruckend war die Abschiedsszene im ICE , als kurz vor der Ankunft in Hannover die Schüler nochmals ein Lied anstimmten und so die harmonische Stimmung, die unter den Teilnehmern beider Gymnasien von Anfang an herrschte, einen tollen Abschluss gaben.
Alles in allem kann ich als begleitender Lehrer sagen: Es war es eine tolle Studienfahrt, die allen Teilnehmern sehr viel Spaß gemacht und den Horizont aller erweitert hat.    

Stefan-Alexander Schuchmann