Das "Stahlwerk Salzgitter AG"

Zu Besuch bei einem der modernsten Hüttenwerke Europas


Der Politik-Wirtschaftskurs (Jahrgang 11) von Herrn Aepkers beschäftigte sich im vergangenen Semester mit dem Thema „Internationale Wirtschaftspolitik“. In diesem Zusammenhang schien es angebracht, einen weltweit operierenden Konzern zu besichtigen. Dabei fiel das Augenmerk nicht auf VW, sondern auf die Salzgitter AG, einem börsennotierten deutschen Stahlkonzern mit Sitz in Salzgitter – also in unmittelbarer Nähe unseres Schulstandortes. Die Salzgitter-Gruppe besteht derzeit aus mehr als 100 einzelnen Unternehmen, darunter neben den Ilsenburger Grobblechwerken und der Peiner Träger GmbH sowie den Mannesmann Röhrenwerken auch die Salzgitter Flachstahlwerke.

Die ersten Stahlaktivitäten am namensgebenden Standort Salzgitter entstanden erstmals während der nationalsozialistischen Diktatur durch die Reichswerke AG „Hermann Göring“. Im Gegensatz zu heute, ging es den Nationalsozialisten in den 1930er und 1940er Jahren darum, vom globalen Markt autark zu werden. Am Standort gab es die entsprechenden Erzvorkommen, die heute jedoch keinerlei Rolle mehr spielen. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging der deutsche Teil der Reichswerke in der staatlichen Salzgitter AG auf. Da die ursprünglichen Werksanlagen in Salzgitter nach Kriegsende von den Alliierten fast vollständig demontiert und abtransportiert worden waren, begann in den 1950er Jahren ein Neuaufbau.

Die Salzgitter AG bot uns also die Möglichkeit, eines der modernsten Hüttenwerke Europas an einem Freitag Vormittag im Februar zu besichtigen. Etwa 5600 Menschen arbeiten allein in diesem Werk, in dem jährlich mehr als 4 Millionen Tonnen (!) Rohstahl erzeugt und verarbeitet werden. Begleitet von Herrn Kaminski, der seit 40 Jahren am Standort Salzgitter arbeitet, wurde uns der gesamte Prozess der Stahlherstellung von der Erzeugung des Roheisens am Hochofen, über die Herstellung von Stahlbrammen im Stahlwerk bis zur Herstellung von Halb- und Fertigprodukten im knapp 2 Kilometer langen Walzwerk erläutert.

Zunächst wurden wir im Besucherzentrum begrüßt, erhielten dann einen ersten Einblick über die Unternehmensgruppe und die Stahlherstellung über einen Informationsfilm. Danach wurden wir „eingekleidet“, heißt: Helm, Schutzbrille, Audioverkabelung und Ausstattung mit einem Blendschutz, um gefahrlos in das flüssige Eisen schauen zu können.

Die dann folgenden dreieinhalb Stunden Führung waren sehr lohnenswert! Die Eindrücke reichten von Hitze und fließendem Roheisen, über großdimensionierte Maschinen und erheblichen Lärm, bis hin zu reizenden Schwefeldioxiddämpfen und sichtbarem Energieverbrauch. Leider stand aufgrund einer Computerstörung das Walzwerk still.

Insgesamt ein sehr gelungener Vormittag, den wir sicherlich wiederholen werden!

 


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