Die Probleme der Welt in 90 Minuten

Der Politikwissenschaftler Ulrich Menzel referiert im Vechelder Gymnasium über die internationale Ordnung.


Vechelde. Wer die Welt verstehen will, wird keine "leichte Kost" erwarten dürfen: Und so ist es auch beim Vortrag über die internationale Politik gewesen, den der Wissenschaftler Professor Ulrich Menzel aus Vechelde im Gymnasium seines Heimatorts vor Zwölftklässlern gehalten hat.

"Die Ordnung der Welt" - dieses mehr als 1200 Seiten starke Buch von Menzel ist die Grundlage für das rund eineinhalbstündige Referat des Politologen. "Hast Du alles verstanden?" fragt eine der Schülerinnen etwas ratlos am Ende dieses Crash-Kurses durch die Weltpolitik.

Wobei Menzel, bis zu seinem Ruhestand 2015 Politikprofessor an der Technischen Universität Braunschweig, in seinen Ausführungen immer wieder (lebensnahe) Beispiele für Fachbegriffe nennt oder Schüler danach fragt. So ist der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) ein "öffentliches Gut", bei dem der Staat mit Steuergeldern dafür sorge, dass "die Schüler aus Neubrück mit dem Bus zum Vechelder Gymnasium kommen".

Doch während auf nationaler Ebene solche Dinge vom jeweiligen Staat geregelt werden, ist das auf internationaler Ebene - in der "Anarchie der Staatenwelt" - wesentlich komplizierter: Seien es die Flugzeugträgerflotten, die "den Erdöltransport sichern und dafür sorgen, dass wir in Vechelde an der Tankstelle Benzin bekommen", sei es das GPS-System, das "für das Navi in unserem Auto Voraussetzung ist", sei es das Internet oder der Einsatz von Drohnen - in den Bereichen haben die USA aber eine maßgebliche Rolle, und andere Länder profitieren davon.

In der internationalen Politik sind Kenntnisse auch in anderen Disziplinen erforderlich - darauf weist Menzel immer wieder hin: Latein und Altgriechisch zum Verstehen der Fremdwörter, Geschichte sowie selbst Mathematik und Kunstgeschichte. Und so spannt der 70-Jährige den Bogen von Griechenland (Hegemonialmacht in der Antike) und vom Römischen Reich (Imperialmacht) über das Mittelalter mit Portugal/Spanien bis hin zur Gegenwart. Dazu befragt werden nicht nur Schüler - "Du weißt ja immer alles" -, sondern auch Lehrer.

Bei der Frage nach der Ordnung der Welt führt kein Weg am "Kalten Krieg" vorbei - mit der deutsch-deutschen Grenze, die Menzel im Foto zeigt und die nicht weit entfernt von Vechelde verlaufen ist: die Sowjetunion als Imperialmacht, die den Ungarnaufstand 1956 niedergeschlagen hat; die USA als Hegemonialmacht der Nato, die auch zur Amerikanisierung der bundesdeutschen Gesellschaft führt. An der Stelle fehlt US-Präsident Donald Trump mit seinem Anspruch "america first" nicht: "Die USA geraten in ein hegemoniales Dilemma mit einem Positions- und Statusverlust", urteilt Menzel. Von den Schülern gibt es Applaus - für Fragen bleibt aber keine Zeit mehr, die Pause hat schon begonnen.

Text und Bild von Harald Meyer/Peiner Nachrichten


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