Gedanken für unseren Abijahrgang - eine kurze Andacht

Du stellst meine Füße auf weiten Raum (Ps 31, 9)


Liebe Abiturientinnen und Abiturienten, liebe Eltern, liebe Kolleginnen und Kollegen,

Corona - damit lassen sich die letzten vier Semester überschreiben. Corona, die Gekrönte, hat Ihnen einen Strich durch die Rechnung Oberstufe gemacht. Vieles, was zur Oberstufe gehört, ist ausgefallen, fand nicht statt.

Corona zeigt uns, was das Menschsein in all seinen Facetten ausmacht. Reduziert auf das Nötigste, stehen wir barfuß da.

Ganz unverfälscht spüren wir jeden Stein, jede Erhebung, jeden Wechsel des Untergrunds. Wir spüren die Eigenschaften der Bodenbeläge – warm, sandig, hart, kalt. Wir spüren, wie der Untergrund unter unseren Schritten nachgibt, wie wir unseren Gang an den Untergrund anpassen. Manchmal gehen wir mit festen Schritten, aufrecht, selbstbewusst. Manchmal gehen wir unsicher. Wir haben Angst auszurutschen, der Untergrund ist glatt. Manchmal sind es auch die neuen Schuhe, die im Geschäft so gut saßen und die wir gekauft haben, weil wir mit ihnen etwas ausdrücken wollten. Beim Bewerbungsgespräch sollten die neuen Pumps dem Personalchef sagen, dass wir der Aufgabe gewachsen und eine gute Wahl sind. Die neuen Sneaker sollten zeigen, dass wir bereit sind, den nächsten Schritt zu machen. Das Gefühl in Sneakern sollte uns eigentlich vertraut sein.

Doch im Alltag spüren wir, dass Pumps und Sneaker noch nicht richtig sitzen, sie sind noch nicht eingelaufen, haben noch keine Bodenhaftung. Sie lassen uns zuweilen schlingern, rutschen, beschweren unsere Schritte, erzeugen Blasen und bringen uns zu Fall. Andererseits schützen sie unsere Füße, sie verhindern das Eintreten von Scherben, federn unseren Gang, schonen unseren Rücken und unsere Gelenke. Sie lassen uns den Untergrund weniger spüren, sie verfälschen das Bild. Sie machen uns unsere Wege erträglicher.

Heute stehen Sie barfuß da. Ihr Lebensweg liegt vor Ihnen. Sie sind an einer Weggabelung angekommen. Hinter Ihnen liegt ein Teilstück des Weges, welches, zumeist in Sneakern begangen, auf den heutigen Tag ausgerichtet war. Ein Teilstück, das sie gemeinsam gegangen sind. Nun wird sich dieser Weg trennen.

Vor Ihnen liegt die nächste Etappe. Manchen von Ihnen ist das Ziel des Weges heute noch in weiter Ferne. Manche von Ihnen haben dieses Ziel bereits fest vor Augen. Sie haben bereits das passende Schuhwerk gewählt und sind bereit. Für manche erscheint der Weg heute noch wie ein Labyrinth, unsortiert, unübersichtlich und sie überlegen noch, welches Schuhwerk nun das geeignete ist. Manche von Ihnen sehnen sich nach einem Paar Schuhe mit eingebauter Landkarte, oder zumindest mit Smartphonekopplung zur Navigation – auf Autopilot sozusagen. Sie spüren Freude, ein Grummeln in der Magengegend, vielleicht ein bisschen Angst.

Du stellst meine Füße auf weiten Raum. Dieser Vers stammt aus dem 31. Psalm der Bibel. Der Betende drückt hier sein Vertrauen auf Gott aus. Er verlässt sich auf seinen Gott. Einen Gott, der ihn vor Schaden beschützt, der ihn hält und seinen Tritt lenkt. Der Betende drückt aus, dass er einen Sinn in seinem Leben gefunden hat, auch wenn sein Leben verwirrend, ungeordnet und nicht gradlinig verläuft. Er vertraut darauf, dass all seine Wege – auch die unnötigen, überflüssigen, ja die Umwege – einen Sinn haben und ihn an sein Ziel bringen.

Du stellst meine Füße auf weiten Raum. Alles ist möglich: die ganze Fülle des Lebens in einem Satz. Du stellst meine Füße auf weiten Raum. Ich bin hineingeworfen ins Leben und doch haben meine Füße einen festen Stand, einen Haltepunkt, einen Anker.

Sie wissen heute nicht, was einmal sein wird, wohin Ihre Füße Sie, beschuht oder barfuß, auch tragen mögen. Begeben Sie sich in alles hinein, nutzen Sie den weiten Raum voll aus!

Und damit es nicht bei Worten bleibt, haben wir Ihnen ein Vielmachglas vorbereitet. Dieses können Sie als Jahrgang mit all Ihren Wünschen und Plänen anfüllen und irgendwann, wenn wieder eine Etappe Ihres Lebensweges hinter Ihnen liegt und Sie sich der alten Anker vergewissern, nachsehen, welche Ihrer Wünsche und Pläne Wirklichkeit geworden sind. Vielleicht füllen Sie dann auch das Vielmachglas gemeinsam neu auf – für die nächste Etappe Ihres Weges.

Unsere guten Wünsche und Gottes Segen sollen Sie auf Ihrem Lebensweg begleiten!


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