Henriette Meyer belegt den 2. Platz beim Rhetorikwettbewerb am 15. Februar in Braunschweig


„Ich zolle Ihnen einen Riesenrespekt. Wir alle sind beeindruckt. Ihre Reden haben uns gezeigt, wie sehr Sie unser Leben aktiv mitgestalten möchten.“

So lobte Sebastian Weise als Sprecher der Öffentlichen Versicherung, die den Wettbewerb organisierte und in deren Räumen er ausgetragen wurde, vor der Preisverleihung alle Redner/innen.

Wieder war die Anzahl der Teilnehmer/innen enorm hoch. Elf Schulen aus der Stadt Braunschweig, den Landkreisen Wolfenbüttel und Helmstedt sowie aus Vechelde nahmen mit 32 Schüler/innen der Jahrgänge 10-13 teil. Unsere Schule wurde durch fünf Schüler/innen vertreten.

Aufgrund der großen Anzahl wurden zwei Gruppen gebildet, die von je einer Jury bewertet wurden.

Gruppe A: Ursula Block (Gymnasiallehrerin und Rhetoriktrainerin), Kathrin Simshäuser (Dramaturgin, Junges Staatstheater Braunschweig), Sebastian Heise (Pressearbeit, Öffentliche Versicherung Braunschweig)

Gruppe B: Martin Vollrath (Gymnasiallehrer und Rhetoriktrainer), Falk-Martin Drescher (Chefredakteur, Stadtglanz Y), Marion Thomsen (Pressearbeit, Braunschweigische Landessparkasse)

Jeder Vortrag durfte nicht länger als fünf Minuten sein. Darauf wurde penibel geachtet.

Die beiden folgenden Themen standen diesmal zur Auswahl:

„Ist die aktuelle Generation Jugendlicher in Deutschland gegenüber ihren Eltern im Vorteil oder im Nachteil?“

„Kann man in der heutigen Zeit eigentlich wirklich fair und nachhaltig leben?“

Unsere Zehntklässler Kristoffer Jorns und Marc Stüwe wählten das Thema B.

Kristoffer schilderte, wie er als kleiner Junge mit seinem Vater Verstecken spielte und nicht akzeptieren wollte, wenn er gefunden wurde. Er hielt dann einfach seine Hände vor die Augen. „Nach dem Motto: Was ich nicht sehe, kann mich nicht sehen. Obwohl ich genau wusste, dass es so nicht ist. (…) Was ist, wenn ich Ihnen sage, dass in jedem von uns, egal, wie alt wir sind, noch immer dieses Kleinkind drinsteckt, was genauso handelt?  (…) Hören wir auf, Sachen von H&M zu kaufen, wenn in Bangladesch wieder Hunderte in einer Fabrik sterben?“ Überaus anschaulich und aufrüttelnd führte er an vielen treffenden Beispielen vor Augen, wie blind wir uns stellen können, um uns nicht verantwortlich zu fühlen.  

Auch Marc Stüwe konzentrierte sich im Sinne der Nachhaltigkeit auf die Möglichkeiten, die Menschen haben, um „mit einer Veränderung ihrer Lebensweise die Natur [zu] schonen und für gute Arbeitsbedingungen [zu] sorgen.“ Exemplarisch erläuterte er mögliche Handlungen im Alltag, die – falls mehrere Personen so agieren würden – eine große Wirkung entfalten können: Seien es die Umstellung einzelner Haushalte auf Ökostrom oder der Einkauf in einem „Unverpackt-Laden“, wie es ihn inzwischen bspw. in Braunschweig gebe. Ein zugewandtes Lachen ertönte aus dem Publikum, als der Schüler seine Rede mit den Worten beendete, dass selbst diese Tätigkeiten nicht umsonst seien, denn: „Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist“.

Die Zehntklässlerin Olivia Czekajlo hatte sich für das Thema A entschieden. Beim Vergleich zwischen beiden Generationen rückte für sie das Internet in den Fokus. Unter Verwendung einer Fachsprache, die vor allem Jugendlichen geläufig ist, wies sie gezielt und mit einem großen Maß an Betroffenheit auf Fehlentwicklungen hin: „Wo unsere Eltern stutzig geworden wären, hören wir etwas und nehmen es einfach als wahr hin. (…) Nichts ist einem moralisch zu verwerflich. Hunderttausende finden es cool, eine Leiche im Video zu sehen, bis einer doch mal stutzig wird.“ Sie schloss mit der Forderung: „Lasst uns nicht die Generation sein, die Darwin besiegt hat.“

Auch die beiden Elftklässlerinnen Elenor Schüsser und Henriette Meyer hatten dieses Thema gewählt. Elenor forderte die Zuhörerschaft auf, sich vorzustellen:  „Wir begeben uns auf eine Zeitreise. Wir finden uns im Jahr 1983 wieder. Wir sind jugendlich. – Haben unser ganzes Leben noch vor uns. (…) Aber hören Sie es? Da ist kein Smartphone, was klingelt. Keiner, der auf einen Bildschirm schaut.“  Differenziert und anschaulich verglich sie das Leben heutiger Jugendlicher mit dem ihrer Eltern, nahm dabei deutlich wahr, was verloren gegangen sein könnte, und thematisierte neben dem technischen Fortschritt auch die sich wandelnde Rolle der Frau. 

Für Henriette Meyer standen die Vorzüge der Entwicklung im Vordergrund: „Hätten unsere Eltern in die Zukunft schauen können, so wäre sie ihnen wahrscheinlich wie eine Mischung aus Science-Fiction und Schlaraffenland vorgekommen. Und umgekehrt? Wenn wir einen Blick in die Vergangenheit werfen, sehen wir ein Leben ohne Smartphone: ein Horrorszenario.“ Reich gefüllt mit Metaphern, rhetorischen Fragen und Ironie sammelte sie bekannte Vorurteile gegenüber den „Digital Natives“, um sie auf eine originelle Weise einer Realitätsprüfung zu unterziehen und für sich selbst eine Perspektive zu finden: „Uns werden zahlreiche Chancen geboten und wir sind von klein auf an Veränderungen gewöhnt. Ohne zu zögern, würde ich mir zum Beispiel ein Jahr Work & Travel in Neuseeland zutrauen. Meine Mutter könnte mich dann live beim Schafescheren  beobachten. Früher hätte sie wochenlang auf Post mit Bildern aus dem Fotolabor warten müssen.“

Die Jury lobte bei der Preisverleihung Henriettes Rede mit den Worten: „Eine sehr gut vorgetragene freie Rede, geprägt von sprechenden Bildern und einem roten Faden. – Aber treten Sie noch einen Schritt weiter nach vorn!“

Die drei Erstplatzierten jeder Gruppe haben sich für den überregionalen Wettbewerb am 12. Juni 2018 qualifiziert, der im Theologischen Zentrum in Braunschweig ausgetragen wird. Dann werden auch die Sieger/innen aus den Landkreisen Wolfsburg und Gifhorn dabei sein.

Es war beeindruckend, wie viele gelungene Reden an dem Nachmittag vorgetragen wurden. Langweilig wurde es in den mehr als drei Stunden nie. Die Pausen dienten dem Diskutieren, und die Spannung, wer denn nun in jeder Gruppe zu den besten drei gehören könnte, hielt bis zum Schluss.
Interessanter und lehrreicher kann ein Nachmittag kaum sein.

Klaus Nührig und Dorothee Schlordt


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