Indivi-Duell

eine vom Kurs Darstellendes Spiel des Jahrgangs 12 unter der Leitung von Herrn Nührig am 06.03. im Forum des JSG aufgeführte selbstverfasste Satire


Sei immer freundlich zu den Gästen! – Verinnerlichen muss eine solche Haltung Marie (Marie Menzel), die Rezeptionistin des Hotels „Sonnenstrahl“.  Aber jeder Gast ist nun einmal individuell, einige sind nicht so einfach zu handhaben und schon gar nicht, wenn sie eine ungewöhnliche Geschichte verbindet.

Die Einträge im Gästebuch des Hotels bergen Erinnerungen. Da ist zum Beispiel Anastasia (Marleen Herberg), die gar nicht mehr fassen kann, was sie vor Jahren in dieses Gästebuch schrieb. Aber einmal gelesen, erwecken die Zeilen Vergangenes: Im Wald, unweit des Hotels, begegnet sie als unglückliches Mitglied einer Pfadfindergruppe einem anderen Grüppchen, das offensichtlich etwas zu verbergen hat.

Die Sprecherinnen der Pfadfinder, zwei stolze Amazonen (Christin Werner und Nadja Heesen), die stets dasselbe denken und tun wollen, reiben sich an der dominanten Anführerin einer Räuberbande (Marie Menzel). Die hat an ihrer Seite den humorvollen Nils (Nils Hofmann) und den immerzu verpeilten Valli (Valentin Jasper), der weiß, was ganz bestimmt im Leben nicht wichtig ist. Ebenso wenig seiner Gruppe zugehörig fühlt sich Jonas (Jonas Bastian), der eine Gelegenheit nutzt, um im Wald Anastasia anzusprechen. „Du bist anders“, sagt sie zu ihm, weil er ihr gefällt. Noch weiß sie nicht, dass er einer Räuberbande angehört. Ihre Annäherung wird vom Rest der Bande beargwöhnt. Nils ist sich bald sicher, dass Jonas sie verraten hat, die Beute muss also rasch versteckt werden. Das aber scheitert, denn die Amazonen durchschauen das falsche Spiel der Räuber. Da schnappt sich Valli, um den Streit zu beenden, das Bündel mit der Beute und wirft es weit hinaus in das kalte Wasser des finnischen Sees. Marie ist verzweifelt, doch die Amazonen verkünden stolz, wie wenig ihnen Geld bedeute. Was aber wirklich wertvoll ist, schimmert wie eine zweite Schicht durch diese und die drei anderen Episoden hindurch.

Die zweite Episode zeigt eine seltsame Therapiegruppe, die sich zu einem Nachtreffen im Hotel verabredet hat.  Was vor einem Jahr hier geschah, wird wieder lebendig. Ein Nerd (Timon Wellhausen) ist in einen falschen Bus gestiegen und dadurch in die Gruppe geraten. Er begreift schnell, dass hier etwas nicht stimmt und protokolliert Merkwürdigkeiten.  Heilung in der Gruppe verspricht sich ein überaus schüchterner junger Mann (Janiko Landeck), auf dessen Bekanntschaft und Geld es eine Drogensüchtige (Johanne Böhm) abgesehen hat. Eine junge Frau (Sophie Keune) leidet darunter, zu normal zu sein, und wird von einer Magierin (Matilda Kröhl) unter ihre Fittiche genommen. Dem verstorbenen Bob trauert Lara (Lara Haase) nach. Bob ist übrigens eine Fliege. Ein Geheimnis, das erst durch Timons Recherchen gelüftet wird, hütet die Leiterin der Therapiegruppe (Julia Behrens). Unter einer falschen Identität hat sie sich eingeschlichen. Als Timon die richtige Therapeutin (Lea Heringslake) zur Gruppe führt, ist niemand wirklich bereit, sich einzugestehen, wie alle betrogen wurden.  

In der Rezeption des Hotels arbeitet auch Lea (Lea Heringslake), deren Schwester Lina (Lina Hussein) in einer Hippiekommune lebt. Die sensible Lina betet dort Rosalind, ihren Lebensbaum, an. Kummerkasten und gute Seele unter den Hippies ist Ann-Sophie (Ann-Sophie Meier), der es leicht gelingt, auch andere (Lea Klasen) in die Gruppe zu integrieren. Doch die Idylle ist bedroht, denn eine geschäftstüchtige Milliardärin (Linda Wetie Domyim) will hier einen Golfplatz errichten. Sie schikaniert alle ihre Angestellten (Alina Behme und Julia Bechtel), so dass Julia zu den Hippies flieht und ihnen von dem schändlichen Plan berichtet. Die Menschlichkeit der Hippies, die niemanden ausschließt, besitzt eine so starke Ausstrahlung, dass auch die ehrgeizige Unternehmerin von ihrem Zauber ergriffen wird und spürt, wie viel wertvoller das Leben in einer Gemeinschaft ist als all das, was sich kaufen lässt.

Im Hotel quartiert sich auch die stolze Frau (Melina Thies) eines Nobelpreisträgers (Leon Schulz) ein. Auch für sie ist an diesem See in Finnland etwas Wichtiges geschehen, woran sie sich erinnert: Um ein ganz anderer zu werden, hat ihr Mann versucht, sich einer Rockergruppe anzuschließen. Diese, bestehend aus den beiden harten Kerlen „Kalle“ (Christian Schnall) und „Blitz“ (Sven Duttke), macht sich über die Ungeschicktheit des Professors lustig und verlangt von ihm absurde Mutproben. Lilly (Paula Habermann), die Tochter des Professors, gefällt beiden Rockern. Ihr gegenüber gibt sich Kalle äußerst charmant und spielt den Verliebten, während im Hintergrund „Blitz“ Lillys Vater demütigen will. Da aber der Professor inzwischen gelernt hat, nicht mehr in mathematischen Formeln zu fliehen, kann er sich endlich wehren und will gar nicht mehr „cool“ sein, sondern nur noch er selbst. Lilly, die alle Illusionen über Kalle verloren hat, kann ihren Vater so annehmen, wie er ihr gegenüber immer war. Ihre Bitte, er möge sich auch mit ihrer Mutter versöhnen, möchte er erfüllen.

Im Schlussbild sind noch einmal Jonas und Anastasia zu sehen. In der Nacht im Hotel hat sich zwar ihre Entfremdung nicht überwinden lassen, jedoch hat Jonas etwas zur Papier gebracht, das er ihr vortragen möchte. Die Begegnung im Wald geschah damals nicht zufällig. Schon immer hat er von Anastasia geschwärmt und alle Aufführungen besucht, in denen sie mitspielte. Aber erst als Erwachsener hat er es gewagt, sie anzusprechen. Sie zeigt sich tief berührt und schließt ihn in ihre Arme. Alle Gäste des Hotels treten hinzu, umringen das Paar und klatschen angesichts dieses schönen Bildes zweier Liebender Beifall. 

„Indivi-Duell“ stellt auf eine doppelbödige Weise menschliche Schwächen und Stärken humorvoll dar. Die Frage „Wer bist du eigentlich?“ durchzieht das ganze Stück. Mit viel Freude an der Verwandlung haben die Schüler/innen diese Frage aufgegriffen und sie an vielen interessanten Charakteren oft mitreißend dargestellt.

Wenn wir nicht voreinander davonrennen, sondern aufeinander zugehen, wenn wir innehalten, um uns zu begegnen und nicht nur auf die Fehler des anderen zu schauen, dann können wir begreifen, was einen Menschen ausmacht. Nur dann sehen wir ihn in seinen Eigenarten und damit wirklich individuell. Wo das gelingt, werden auf der Bühne große Gefühle sichtbar: Zuneigung, Freundschaft, Liebe.

Licht und Ton wurden wie immer fachmännisch von unserem Technikteam, diesmal vertreten durch Jan-Mathis Korn und Felix Hentrich, betreut.

Die vielen schönen Fotos verdanken wir Marlene Zwilgmeyer und Chantal Rase.

Klaus Nührig


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