Meine drei Monate in Frankreich

Ein Bericht über einen Schüleraustausch nach Frankreich von Christin Rohde


Hast du vielleicht schon einmal überlegt ins Ausland für einige Wochen, Monate oder vielleicht sogar für ein ganzes Jahr zu gehen? Ich kann dir nur Mut zusprechen, denn meine Zeit in Frankreich war eine meiner besten Entscheidungen, die ich jemals getroffen habe.

Ich habe mich für das Programm Brigitte Sauzay, ins Leben gerufen von dem deutsch-französischen Jugendwerk, entschieden, indem ich drei Monate bei meiner Austauschschülerin, die auch für die gleiche Zeitspanne zu mir gekommen ist, war. Ich wollte schon immer ins Ausland, aber ich war mir nie vorher zu hundert Prozent sicher gewesen, ob es mir wirklich gefallen würde. Genau im richtigen Moment hatten wir in unserer Schule eine Informationsveranstaltung über verschiedene Möglichkeiten einen Austausch nach Frankreich zu machen. Gleich am selben Tag habe ich all meinen Mut zusammengenommen und ich habe eine kleine Anzeige über mich auf der Homepage des deutsch-französischen Jugendwerkes veröffentlicht. Nach drei Tagen wurde diese genehmigt und schon gleich darauf haben mich mehrere Französinnen und Franzosen über E-Mail kontaktiert und nach einigem Hin- und Herschreiben über soziale Medien, habe ich mich für meine Austauschschülerin entschieden und wir haben die Genehmigungen unserer Schulen eingeholt.

Für meine Austauschschülerin, auch „corres“ in Französisch, ging es im April 2018 los zu mir. Wir haben uns schon von Anfang an perfekt verstanden und nach den ganzen drei Monaten sind wir zusammen gewachsen wie beste Freundinnen. Wir haben viel auch schon hier in Deutschland erlebt, wie beispielsweise Sightseeing-Touren in unserer Umgebung, aber auch in Städten, wie Berlin und Hamburg, Übernachtungen, Geburtstagsfeiern, auch kleine Konzerte oder Schwimmbadbesuche waren dabei. Drei Monate klingen immer so lang, aber wir hätten viel mehr Zeit gebraucht, um alles gründlich zu erkunden, denn die Zeit ging viel zu schnell vorbei. Am Ende des Schuljahres im Juni 2018, in der ersten Ferienwoche ist sie wieder nach Frankreich gefahren.

Nachdem wir uns die ganzen Sommerferien nicht gesehen hatten, bin ich Ende August 2018 zu ihr nach Avranche in die Normandie gefahren und somit begann meine Abenteuerreise in Frankreich. Die ersten zwei Wochen waren ungewohnt, aber auch echt gut, denn ich hatte dort für die 14 Tage noch Ferien und konnte somit Freunde und Familie richtig kennenlernen, bevor es zur Schule ging. Wir haben die Ferienzeit genutzt schon einige Sehenswürdigkeiten in der Region zu sehen, Grillabende mit Freunden auszurichten und bei Geburtstagsfeiern teilzuhaben. Ich muss echt eingestehen, dass es schwer war in den Rhythmus mit den Sprachen zu kommen, denn ich habe mich vor allem am Anfang oft verhaspelt. Zwar nie mit Deutsch und Französisch, sondern eher mit Französisch und Englisch. Ich hatte schon eine besondere Zeit, die wahrscheinlich nicht jeder erleben könnte, denn ich habe mit meiner Gastfamilie Englisch geredet, das sich am Ende hin mehr zu einem Mix aus Englisch und Französisch entwickelt hat, da mir nach und nach die französischen Wörter schneller eingefallen sind. Es ist ein bisschen kompliziert zu erklären, wie es dazu kam. Kurzgesagt, die Eltern meiner Corres sind von England nach Frankreich ausgewandert und konnten somit beide Sprachen fließend sprechen, genau wie meine Austauschschülerin und ihre kleinere Schwester. Ich habe in beiden Sprachen große Fortschritte gemacht, denn mein Englisch habe ich am Wochenende und mein Französisch in der Woche verbessert. Die Erklärung dazu gibt es gleich im Anschluss. Um es alles nachvollziehen zu können, beschreibe ich einfach mal meinen Wochenablauf.

Angefangen hat alles immer am frühen Sonntagabend, an dem wir mit noch zwei anderen guten Freundinnen von meiner Austauschschülerin in einem Auto ins Internat nach Caën gefahren sind, eine Stadt ungefähr eine Stunde weiter nördlich von Avranche. Ich war in einem Zimmer mit noch einer weiteren Französin, so dass wir drei Mädchen waren. Später ist noch eine deutsche Austauschschülerin von der Französin in meinem Zimmer dazu gekommen, so dass wir nun vier in dem Zimmer waren. Wir hatten einen kleinen Gang, auf dem noch zwei andere Zimmer mit jeweils drei Mädchen waren und das Zimmer der Internatsleiterin. Wir waren alle auf einer Schule, zu der wir jeden Morgen 10 Minuten mit dem Bus oder 20 Minuten zu Fuß laufen mussten, denn die Schule gehörte nicht zu dem Internat. Jeden Morgen bin ich um 7:00 aufgestanden, damit ich um 7:20 beim Frühstück war, denn auch wenn man später zur Schule hatte, musste man um die Zeit aus den Zimmern, da diese um diese Zeit zugeschlossen wurden, somit war ich immer schon zur 1. Stunde in der Schule, die um 8:30 anfing. Ich war einen Jahrgang unter meiner Corres in der sogenannten „Seconde“, die in Deutschland der 10. Klasse entspricht. Ich war mit noch einer anderen Deutschen in einer Klasse und nach einigen Tagen hat sich herausgestellt, dass wir tatsächlich ungefähr 15 Schüler/innen auf der Schüle waren, da deren Austauschpartner/innen, genau wie meine, in einer Klasse waren für das deutsch-französische Bac ( franz. Abitur). Für diese Schüler ist der Austausch für drei Monate in der „Seconde“ (10. Klasse) oder „Première“ (11.Klasse) vorgeschrieben. Somit habe ich meine Freistunden oder Pausen mit den anderen deutschen Austauschschülern oder einigen Klassenkameraden verbracht. Mittagessen war je nach Stundenplan zwischen 11:30-14:00 Uhr in der Kantine. Es gab manche Tage an denen das Essen einfach nicht meinen Geschmack getroffen hat, aber in der ganzen Zeit dort kam das sehr selten vor. Ich hatte 2x in der Woche um 16:00 Uhr, 1x in der Woche um 17:00, 1x um 18:00 Uhr und einmal um 11:30 Uhr Schulende, da auch jede einzelne Unterrichtsstunde 55 Minuten lang war. Es war anstrengend, aber nach dem ersten Monat sind mir die langen Schultage nicht mehr so schwer gefallen. Da ich auf dem Internat war, musste ich jeden Tag um 17:45 bei einer Art Hausaufgabenunterricht teilhaben und danach gab es Abendessen ab 18:50. Montags mussten wir auch noch nach dem Abendessen von 19:30 bis 20:30 in diesen Unterricht. An den anderen Tagen konnten wir uns aussuchen, ob wir in den Unterricht gehen wollten, in das kleine Fitnessstudio gehen mochten oder doch auf dem Kunstrasenplatz Sporthalle mit Fußballspielen wollten. Um 20:30 wurden unsere Zimmer wieder aufgeschlossen und wir konnten uns bettfertig machen, so dass wir um 22:30 die Nachttischlampen ausschalten konnten. Mittwoch hatten alle Schüler einen freien Nachmittag, um ihren Hobbies nachgehen zu können, Freunde zu treffen oder in der Stadt zu bummeln. Ich war auch einmal bei einem Handballturnier, indem wir als Team unsere Schule repräsentiert haben und den Sieg mit nachhause nehmen konnten. In jeder Woche habe ich etwas anderes gemacht, mal in die Stadtbibliothek gegangen, mal eine kleine Tour durch die Stadt unternommen und auch einmal eine Abenteuerreise zum entfernten Strand gemacht. An jedem Freitag wurde ich mit meiner Austauschschülerin und Freunden direkt von der Schule abgeholt und dann ging es auf nachhause durch den Stau, da wir jedes Mal passend im Berufsverkehr gelandet sind. Zuhause angekommen, ging es kurz zum Auspacken meiner Sachen der Woche in mein Zimmer und dann auch schon zum Abendbrot ins Erdgeschoss in das Wohnzimmer. Früh kaputt von der Woche ging es ins Bett und somit fing das Wochenende an. Wir haben das Wochenende immer dazu genutzt die Region zu erkunden, da in der Woche ja leider keine Zeit war, somit war meine Zeit auch komplett ausgefüllt.

Trotz des Internates, welches schon strenger war als möglicherweise andere in Deutschland, habe ich die Zeit so genossen, dass, je näher das Ende kam, desto weniger wollte ich zurück nach Deutschland. Als es dann soweit war, Ende November 2018, musste ich mich schon schweren Herzens am Freitag vor meiner Abreise bei vielen aus der Schule und des Internates verabschieden. Ich habe mir ausversehen das Wochenende ausgesucht, an dem alles anfing mit den „Gilets Jaunes“, bei uns als „Gelbwesten“ bekannt. Wir haben schon eine Woche zuvor genau geplant, wann wir losfahren und welche Strecken wir zu nehmen haben, damit ich meinen Flug nicht verpasse konnte. Ab dem Start der Bewegung der „Gelbwesten“ haben wir im Fernseher verfolgt, wo Straßensperrungen waren, da sogar bei unserer kleinen Stadt in der Nähe der Verkehr lahm gelegt wurde durch die Sperrung von zwei Kreiseln, die direkt zur Stadt führten. Am Tag der Abfahrt hat alles perfekt funktioniert und ich bin überpünktlich am Flughafen angekommen und konnte ohne Probleme nach Deutschland fliegen.

Ich kann nur aus meiner Erfahrung sagen, dass ich unfassbar froh bin diese Erfahrung gemacht zu haben, da ich selbstständiger geworden bin, viele Kontakte geknüpft habe, die sicher sehr lange halten werden, und ich sehr viel dazu gelernt habe, was sich nicht nur alleine auf meine Sprachentwicklung ausgewirkt hat. Ich werde sicher noch einmal nach meinem Abitur für eine längere Zeit zurückgehen, aber zuvor treffe ich mich mit einigen Freunden dort in den kommenden Ferien.


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