"Morgen sind wir frei"

ein selbstverfasstes Stück des DS-Kurses des Jahrgangs 11 unter der Leitung von Herrn Nührig


„Das sind keine Mörder und Vergewaltiger.“ Mit diesen Worten beruhigt eine Produzentin (Alicia Dewindenat) ihre aufgeregte Regisseurin (Insa Pultke). Die hat auch allen Grund zur Nervosität, denn eingeladen zu einem Gespräch und einem Kalten Buffet ist eine Gruppe von Ex-Sträflingen. Eine von ihnen (Enna Kuhnt) hat ein Drehbuch verfasst, das vielleicht verfilmt werden soll. Darüber muss man reden, denn zu ungewöhnlich wirken diese Szenen. Es sind Geschichten über sensible Menschen, vor denen man sich ganz bestimmt nicht fürchten muss. Kann man im Gefängnis so etwas gesehen, gehört und erlebt haben?

 

Da gibt es den stimmgewaltigen Maestro mit französischem Akzent (Leon Schulz), der in urkomischen Einlagen seinen „Choré“ zur Meisterschaft führt. Aus Liebe zu Mozart war er zum Dieb geworden. Im Gefängnis ist es ihm gelungen, einen Haufen Chaoten für die Musik zu gewinnen.

Der erste Eindruck trügt eben oft. Aus dem immer schläfrigen Sven (Sven Dutke) könnte ein Romeo werden, und ein Sockenfetischist (Leon Lehmann) weiß zu berichten, was für ein anständiger Kerl in seinem Knastkollegen Jan steckt. Für diesen Lehrer japanischer Weisheit (Jan Paulsen) bietet die Zelle das wahre Zuhause, denn dort gibt es für ihn als kongenialen Gegenpart einen verständnisvollen Wärter (Tim Wanagat).

Zum Männerchor gehört auch Philip (Philip Werner), der beim Diebstahl seines neunundneunzigsten Klodeckels erwischt wurde und gegenüber einem Freund (Felix Karger) mit seiner Liebe zu seiner einzigartigen Köchin (Jule Dissen) prahlt, die dann all das in einem mitreißenden Lobgesang auf die Liebe bestätigt.

Die geldgierige Paula (Paula Habermann) jedoch kann über so viel Schwärmerei nur den Kopf schütteln. Beim Monopoly-Spiel mit ihren eigenwilligen Freundinnen (Ida Ahuis, Elisabeth Olszynski) erfahren wir in einem facettenreichen Schlagabtauch, woran der Banküberfall scheiterte. Kaum in Freiheit machen die drei, inspiriert von der reisefreudigen Elisabeth, einen Ausflug nach Wien. Auf dem Weg in den Prater beweist Ida ihren maßlosen Altruismus und hat auch keine Hemmungen, Paulas kostspielige Einkäufe, die diesmal sogar bezahlt waren, aus der Gondel zu werfen.

Neben den vielen vor allem mit Situationskomik glänzenden Geschichten zeigen einige auch dunkle Seiten: Eine unter der Lieblosigkeit ihrer Verwandten (Lea Heringslake, Marc Mertin) leidende junge Frau (Ann-Sophie Meier) möchte das Gefängnis nicht verlassen. Sie fürchtet sich vor der verlogenen Ellbogengesellschaft draußen in der Freiheit. Gemeinsam mit Enna erinnert sie sich an die schönen Erfahrungen im Gefängnis, z.B. an den Wettbewerb im Mülltonnenweitwurf und an einen Talentabend mit einem Jodler und mit ihr selbst als Vogelstimmenimitatorin. Gespielt werden ihre Erinnerungen nicht von ihr selbst, sondern von Lea und Marc, so wird Ann-Sophie zur Betrachterin ihres eigenen Glücks.

Eine Lehrerin (Linda Wetie Domyim), Opfer eines Justizirrtums, begegnet im Gefängnis zwei heuchlerischen Praktikantinnen (Melina Thies, Sabrina Wolf), die sie aus der Schule kennt. Was für eine Demütigung! Aber Menschen können sich ändern, und auch die beiden Praktikantinnen zeigen, dass sich in ihnen doch ein ausgeprägtes Gefühl für Recht und Unrecht regt.

Nicht glauben mag die Regisseurin die Geschichte der verliebten Ärztin. Daraufhin regt sich Protest im Publikum, und diese Ärztin (Julia Bechtel) ergreift selbst das Wort. Bittersüß ist ihre Geschichte. Aus blinder Liebe hat sie einen Patienten (Christian Schnall) mit Drogen versorgt. Eine Freundin (Sophie Keune) möchte ihr die Augen öffnen, während die zweite (Cara Lagershausen) diese Schwärmerei noch überzeichnet. Selbst im Gefängnis hört die Ärztin nicht auf, von ihm zu träumen.

Die Autorin des Drehbuchs (Enna Kuhnt) hat über andere geschrieben, nie über sich selbst. Niemand soll erfahren, dass sie, Frau Dr. Enna Schmidt, im Alkoholrausch ein Kind totgefahren hat. Die Mutter dieses Kindes (Leonie Blanke) besucht, getarnt als Psychologiestudentin, das Gefängnis, um sich an der Unfallfahrerin zu rächen. Sie studiert Ennas Akte, aber verrät der Psychologin (Christin Werner) nicht, was sie daran so bewegt. Sie kann Enna nicht verzeihen. Eine Befreiung von ihren Gewissensqualen gibt es für Enna nicht. „Was mich vom Alkohol gerettet hat, ist das Schreiben – und das Gefängnis. – Dort hat mich niemand verachtet. Ich traf dort Menschen, mit denen ich mich anfreunden konnte. Ihre Geschichten habe ich aufgeschrieben. Nur mei-ne nicht.“

Kann man im Gefängnis so etwas gesehen, gehört und erlebt haben? Vielleicht.

Unser Stück wurde am 23.Mai hier im Forum des JSG aufgeführt und am 31.Mai in der Brunsviga in Braunschweig im Rahmen der Braunschweiger Schultheaterwoche.

Wir bedanken uns bei Gina Gilben und Chantal Rase für die ausgezeichneten Fotos zu unserer Aufführung und bei Annika Paulsen für die schönen Fotos zu unseren Proben.

Wir danken auch herzlich dem Technikteam für seine wie immer professionelle Arbeit. An den beiden Abenden unterstützten uns Felix Hentrich, Julius Knittel, Jan-Mathis Korn und Felix Mertsch.

 

Klaus Nührig


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