Paulina Reddemann, Klasse 11.4., wird Zweite im Finale des Rhetorikwettbewerbs in Braunschweig


„Sie haben uns durch Ihre Reden so sehr in Ihre Thematik hineingezogen, dass wir gern auf alle Ihre Beiträge antworten möchten“, urteilte Heiko Lamprecht, Leiter des Bereichs Religionspädagogik und Medienpädagogik der Ev.-luth. Landeskirche in Braunschweig und Moderator des Finales des Rhetorikwettbewerbs, über die Reden der Finalisten, die am 13. Mai im Theologischen Zentrum gehalten wurden.

Qualifiziert für das Finale hatten sich die elf besten Rednerinnen und Redner aus den beiden Vorentscheiden, die in der Sparkasse Gifhorn-Wolfsburg und in der Öffentlichen Versicherung Braunschweig ausgetragen wurden.  

Zur Auswahl standen im Finale die beiden Themen:
1. „Zukunft der Erde“: Müssen Kinder und Jugendliche die Umsetzung ihrer umwelt- und klimapolitischen Vorstellungen stärker als bisher selbst in die Hand nehmen?
2. "Zukunft Europas": Hat das Projekt Europa noch eine Zukunftsperspektive angesichts des wachsenden nationalstaatlichen Denkens?

Wer also hatte in den zu bewertenden Bereichen „Sachkenntnis, Originalität, verbales Ausdrucksvermögen, Aufbau der Rede, Argumentation, Körpersprache“ den stärksten Eindruck hinterlassen?

Der Juror Dr. Jan Eckhoff (Landesschulbehörde, Abteilung Braunschweig) lobte den Beitrag der siebzehnjährigen Paulina Reddemann vom Julius-Spiegelmann-Gymnasium mit den Worten: „Mit einem kraftvollen Ja haben Sie ein flammendes, feuriges Plädoyer für den Einsatz Ihrer Generation beim Klimaschutz gehalten und uns dabei eine Performance geboten, die ihresgleichen sucht.“

In ihrer Körpersprache, Artikulation, der Wortbetonung und dem gezielten Setzen von Pausen war Paulinas Auftritt sicherlich überragend.

Siegerin wurde eine Schülerin vom Sibylla-Merian-Gymnasium in Meinersen. Als Juror hob Oberlandeskirchenrat Thomas Hofer hervor, wie sehr die selbstkritische Reflexion der Schülerin über ihre Generation die Jury argumentativ beeindruckt habe.

Die Auszeichnung für den dritten Platz ging an einen Schüler von der Gaußschule in Braunschweig. Die Jurorin Céline Bartholomaeus (Theaterpädagogin am Staatstheater Braunschweig) lobte seine fachkundige, ruhige und humorvolle Art, mit der er sich des  zweiten Themas angenommen hatte.

Die Atmosphäre war wieder enorm konzentriert. In allen Reden zeigte sich ein beeindruckendes Maß an Differenziertheit in der Herangehensweise und Durchdringung der Problematik sowie eine Anschaulichkeit im Ausdruck, die das Publikum faszinierte.

Klaus Nührig

Paulina Reddemanns Rede im Wortlaut:

Zukunft der Erde:

Muss meine Generation die Umsetzung ihrer umwelt- und klimapolitischen Vorstellungen stärker selbst in die Hand nehmen?

Ja!!!

Alle erwarten von uns ein Ja als Antwort auf Ihre Frage.

Unser Schicksal sollen wir selbst in die Hand nehmen. Den Klimawandel stoppen!? Die Umwelt retten!?

Können wir das?

Ich bin 2002 geboren, mache voraussichtlich 2021 mein Abi, möchte ein Jahr im Ausland verbringen und anschließend studieren. Dann steige ich in das Berufsleben ein.

Was ich studieren will, weiß ich noch nicht. Alles ist in der Schwebe.

Aber wie unsere Zukunft aussehen wird, das steht fest.

Hitze, Dürre, Orkane, Überschwemmungen – Alltag 2040 oder schon 2030?

Kampf um Nahrung, Trinken, Energie – bald unser Alltag, wenn sich jetzt nicht alles wandelt.

Die Menschen sagen: Meine Generation müsse aktiver gegen den Klimawandel vorgehen.

Die Menschen sagen: Wir Jugendlichen sollen unsere Zukunft selbst sichern.

Ich sage: Nicht meine Generation ist momentan in der Position, die Dinge zu verändern. Wir sitzen nicht im Parlament, wir beschließen keine Gesetze. Macht haben die Regierungen, Unternehmen, Institutionen. Aber wir sind diejenigen, die die Zukunft ändern sollen?

Ein ungeheurer Druck liegt auf unseren Schultern.

Wird der Druck kleiner, wenn wir zu einer Demo fahren?

Fridays for Future? Ich war auch dabei. Zunächst war ich beeindruckt von der Masse der Schüler. So viele Leute interessieren sich dafür! Ich war euphorisiert von der Stimmung, den Trommeln, den Plakaten. Meine Generation unternimmt etwas, es besteht Tatendrang.

Dann schaue ich neben mich: Alkohol, Zigaretten und – vielleicht schlimmer noch – ein unauffälliges Verschwinden, sobald der Lehrer nicht hinschaut. Fridays for Future, weil an Saturdays for Future niemand teilnehmen würde?

Ein gefundenes Fressen für manche Politiker, die sagen, Fridays for Future sei eine Aktion zum Schulschwänzen und Politik sei nur etwas für Profis.

Das hat mich verletzt. Ich bin davon überzeugt, dass in meiner Generation jeder einzelne von dem Klimawandel betroffen ist und auch gewillt ist, aktiv gegen ihn vorzugehen.

Bei Entscheidungen, die ich im Alltag treffe, versuche ich mich umweltbewusst zu verhalten. Doch wie viel kann ich damit bewirken?

Treibhausgase, Massentierhaltung, Urwaldrodung und Plastikverschmutzung. Es muss sich grundlegend etwas ändern!

Ja, wir können 6 Wochen in den Sommerferien am Strand Plastik sammeln, aber das wird nichts ändern, wenn weiterhin Unmengen Plastik produziert werden.  Man braucht die Symptome nicht lindern, wenn die Krankheit nicht bekämpft wird.

Plastikverpackungen gehören verboten! Wenn man solch ein Verbot mit Konsequenzen deutlich ausspricht, werden die Unternehmen schon Lösungen finden. Man muss sie dazu zwingen.

Das ist nur ein Beispiel. Die To-Do-Liste ist lang. Nur gemeinsam können wir sie angehen. Nur gemeinsam haben wir die Chance, die entscheidenden Punkte vielleicht noch rechtzeitig zu schaffen.

Was gibt uns Hoffnung? Was motiviert uns?

Wenn wir Druck ausüben, werden wir gehört. Auf Druck kritischer Aktionäre hat der Stromkonzern RWE bei seiner Hauptversammlung eine Klimaschützerin von Fridays for Future sprechen lassen. Ein Stromgigant sucht das Gespräch und hört uns zu. 

Meine Generation kann nicht allein alles ändern. Alle Generationen müssen an einem Strang ziehen. Auch Kritiker müssen mit ins Boot geholt werden. Ich wachse auf in einer Welt, die multikulturell und globalisiert denken will, aber die klimapolitischen Maßnahmen werden noch immer beeinflusst durch einzelne Interessensverbände, Großkonzerne und Staaten.

Wir wollen alle auf dieser Welt noch lange leben, nicht in einem schrecklichen Endzeitszenario, wie wir es bisher nur aus Hollywood kannten.

Ein ungeheurer Druck liegt auf unseren Schultern.

Dieser Druck wird nur leichter, wenn wir alle ein einziges gemeinsames Ziel verfolgen, das losgelöst von Ländergrenzen und Unternehmensinteressen ist. Den Klimawandel stoppen! Mit allen Mitteln!

Nur dann gibt es Hoffnung!


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