DS-Aufführung "Unterwegs"

Der DS-Kurs des Jahrgangs 10 unter der Leitung Herrn Nührigs spielte am 30.6. das selbstverfasste Stück „Unterwegs“.


Es gibt Themen, die – zum Glück – wohl  immer für Jugendliche ganz oben stehen werden. Das eine lautet Freundschaft, und die hat Kathi (Katharina Matthies), die von ihrem Partner (Tom Lührig) angeblich mit der „Putzfrau“ betrogen wurde, bitter nötig. Während Tom, der sich trotz seiner Tat über den Rauswurf wundert und mit einem Freund (Timo Wittneben) in einer Bar gemeinsam mit dem Barkeeper (Michell Müller) in Macho-Manier Erfahrungen austauscht, besuchen vier Freundinnen (Lena Behrens, Lisa Fladung, Sarah Kroll und Jasmin Klaucke) Kathi, um sie aufzumuntern.
Aufgeschreckt werden die Freundinnen durch den Lärm auf der Straße. In einer aberwitzigen Parodie auf Propagandareden spricht ein politischer Verführer (Hauke Pfaff) zu seinen fanatisierten Anhängern der Gruppe WGT (Wir gegen Tiere!), und der Chor seiner Anhänger steht überall im Forum, um ihn lautstark zu unterstützen. Zuvor war zu sehen, wie der Anführer mit seinem Berater (Simon Wesemann) abfällig über die Schar seiner engsten Anhänger gesprochen hat, die dabei regungslos auf Stühlen am Bühnenrand sitzen.  („Der hier braucht eine führende Hand.“ – „Der hier glaubt wirklich, dass wir eine Umweltpartei sind.“)
Einfach nur dämlich finden die beiden Straßenkehrinnen (Laura Schneider und Gesa Werner)  diese Demo, doch als die eine der beiden ein kostbares Fundstück vor der Arbeitskollegin verbergen will, werden sie zu erbitterten Gegnerinnen.
Simon, der von den Freundinnen durch Kathis Fenster zum Andreasplatz beim Handschlag  mit dem politischen Verführer beobachtet wurde,  soll sich vor ihnen rechtfertigen. Als er in Kathis Zimmer eintritt, lackieren sich die Damen ihre Fingernägel, würdigen ihn keines Blickes und kommentieren seine halbherzigen Rechtfertigungen letztlich im Chor mit den Worten: „Hau ab!“
Nach dem Entschluss, dass man mit Kathi etwas unternehmen müsse, um sie auf andere Gedanken zu bringen, und da man bekanntlich auch auf dem Weg zum Ziel allerhand Interessantes erleben kann, erzählen zwei Freundinnen den anderen von Gesprächen, die sie in einem Zug gehört haben wollen, zum Beispiel das zwischen einem jugendlich wirkenden Professor (Jannis Willenbücher), der einen Mitreisenden (Timo Klöpper)  in sein schreckliches Geheimnis einweiht, und das Gespräch zwischen einer aufdringlich selbstherrlichen älteren Dame (Lara Haase), die von einer jungen Mitreisenden (Sheila Baumeister) eine Begrüßung und Respekt einfordert und  diese mit ihrer Haltung  in die Flucht schlägt. Im dritten  Zuggespräch bemüht sich eine Kreuzworträtsellöserin (Madlen Weigel) um die Aufmerksamkeit einer jungen Dame (Fabienne Wendling), die aber schnell begreift, dass sie deren Interesse nicht erwidern möchte. 
Als Kathi auch noch die Geschichte zweier Großmütter (Leah Litzius und Leonie Winkler) erzählt wird, die schon beim Gedanken, einen Busfahrer zu überfallen, natürlich  ins Straucheln geraten, glaubt sie, ihre Freundinnen würden für sie schon Märchen erfinden.
Dann aber zeigt sich, wie schrecklich die Welt außerhalb von Kathis Sofa sein kann. Sie schauen sich auf dem Monitor die Videobotschaft einer Freundin an, die von einem Afghanistan-Einsatz zurückgekehrt ist. In ihr schildert sie (Sheila Baumeister) authentisch und bewegend ihre bitteren Erfahrungen und ihren Schmerz, nachdem sie ihre große Liebe durch die Explosion einer Mine verloren hat.
Ähnlich tiefe Abgründe gibt es, und eine der Freundinnen (Lena Behrens) weiß auch davon. Ihrem Freund (Jan-Luca Claus) sagt sie für den Abend ab, weil sie sich um Kathi kümmern müsse. Ihr  Freund kann davon berichten, dass es auch unter Männern Kameradschaft und Freundschaft gibt. Die hat er selbst erlebt, denn seine Fußballmannschaft (Jannik Osterloh, Linus Löwe, Jannis Baumert, Colin Klesse, Philipp Pape), ihr Trainer (Michel Schelenz)  und sein Verein haben für seine Freundin (Lena Behrens) Spenden gesammelt, um ihr eine Tumoroperation  zu ermöglichen.    
Dass eine der Freundinnen gar keine ist, zeigt sich am Schluss, denn die „Putzfrau“ (Lilli Hilscher) hatte alles andere im Sinn, als Kathi mit ihrem Freund zu betrügen. Nein, Tom, dieser so charmante Erz-Macho, hatte Augen für eine Andere, und so bewahrheitet sich der Satz der Philosophen, den eine der Freundinnen (Sarah Kroll) zitierte: „Die Liebe spielt ein falsches Spiel.“
Im Prolog war das Stück mit den Worten angekündigt worden, es gehe um Freundschaft und Zusammenhalt, um Intrigen und Verrat, aber auch die Liebe und die Menschlichkeit spielten eine große Rolle, genauso wie die Verführung, der Neid und die Fantasie. Doch am Ende sei alles nur alltäglich. Vielleicht sei es  alltäglich, aber es gehe um uns. 
Viele Szenen in dem Stück erscheinen realistisch und denkbar in unserer Welt, in der es all das gibt, was hier auf dieser Bühne gezeigt wurde. Und dabei geht es auch um uns selbst, aber nie nur um uns selbst, es geht immer auch um das Nachspielen und Nachempfinden der Gefühlswelt anderer Menschen. Das Theater kann sich darum bemühen, Charaktere in ihrer Vielschichtigkeit sichtbar zu machen, es kann aber auch Menschen zu eindimensionalen Karikaturen verkümmern lassen. Die Gruppe hat sich in ihrem Stück „Unterwegs“ darum bemüht, den ersten der beiden Wege zu gehen.
Der Kurs DS spricht seinen ausdrücklichen Dank denen aus, die sich um die technische Realisation gekümmert haben: Felix Mertsch, Jan-Mathis Korn, Joshua Metschulat, Felix Hentrich, Paul Rödger und Nils von Nethen.


Klaus Nührig


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