Johanne Böhm gewinnt in Braunschweig die Qualifikation zum Finale des Rhetorik-Wettbewerbs 2017


„Ihre Belastung in der Schule ist oft enorm. Dennoch haben Sie sich intensiv auf diesen Wettbewerb vorbereitet. Ihnen allen gebührt unser Respekt. Ich kann Ihnen versichern: Ehrgeiz bringt Sie in ihrem Leben weiter. Ein Rat vorweg: Geben Sie Ihrer Rede viel Individualität! Man muss sich an Sie erinnern können!“
Mit diesen Worten begrüßte Martin Vollrath, ein weithin bekannter  Rhetorik-Trainer, die dreißig Teilnehmer/innen, die sich am 2.März im Hauptgebäude der Öffentlichen Versicherung in Braunschweig der Kritik einer Jury stellten.
Erstmalig fand für unsere Schüler/innen die Vorentscheidung darüber, wer im Juni am Rhetorik-Finale teilnehmen wird, nicht in der Kreissparkasse Peine statt, sondern in Braunschweig. Bereits in dieser Vorentscheidung mussten sie sich der Konkurrenz aller Braunschweiger Schulen und eines Gymnasiums aus Bad Harzburg stellen. Da sich eine so große Anzahl von Schüler/innen angemeldet hatten, fand eine Aufteilung in zwei Gruppen statt. Die drei Bestplatzierten aus jeder Gruppe werden sich dann am 13. Juni im Braunschweiger Dom im  Finale mit den sechs Bestplatzierten aus Gifhorn und Wolfsburg messen.
Die Jury für die Gruppe A wurde gebildet durch Kathrin Simshäuser (Dramaturgin, Junges Staatstheater Braunschweig), Ursula Block (Gymnasiallehrerin und Rhetoriktrainerin) und  Sebastian Heise (Pressearbeit, Öffentliche Versicherung Braunschweig).
Die Jury aus Gruppe B  bestand aus Dominik Bartels (Poetry Slammer und Verlagsleiter), Kathleen Kalle (Chefredakteurin des Magazins SUBWAY) und Martin Vollrath (Gymnasiallehrer und Rhetoriktrainer).
Die Bewertungskriterien waren zuvor bekanntgegeben worden: Inhalt (Sachkenntnis, Originalität); Sprache (Ausdrucksvermögen und Sprachfluss); Vortragstechnik (freies Sprechen, Einsatz von Vor- bzw. Ablesen); Körperhaltung (Gestik, Blickkontakt, Mimik); Struktur (logischer Aufbau, roter Faden, Argumentation, Überzeugungskraft).
Zwei Themen standen zur Auswahl:
Thema 1:  „Je weiter man zurückblicken kann, desto weiter wird man vorausschauen" –
Was ich 500 Jahre später von Luther und der Reformation lernen kann

Thema 2: „Facebook, Amazon, Apple und Google wissen mehr über dich als dein Tagebuch" – Warum ist uns das eigentlich egal und was bedeutet das für unsere Zukunft?

Beide Themen fanden in der Auswahl auf die gleiche Zustimmung. 

In der 2. Gruppe belegte unsere Schülerin Johanne Böhm den ersten Platz, in der 1. Gruppe  siegte ein Schüler vom Wilhelm-Gymnasium. Auch die anderen vier Bestplatzierten besuchen Braunschweiger Gymnasien.

Johanne überzeugte die Jury in allen genannten Bewertungskriterien. Ihr Einstieg („Aus Fehlern lernt man! – Das wird oft zu Kindern gesagt.“) führte zu ihrer These, dass die Auseinandersetzung mit Luther gerade wegen seiner Intoleranz gegenüber Andersgläubigen für uns heute aktuell bleibt. Mit ihren Hinweisen auf Luthers Aussagen über den Koran und auf den Anschlag auf eine Moschee in Dresden gelang es Johanne, anschaulich und bedrängend zugleich aufzuzeigen, wie gefährlich Worte wirken können. Im Gegenzug aber hob sie hervor, worin Luther ein Wegbereiter für die Meinungsfreiheit und für die Rechte der Frau war.
Eine kämpferisch vorgetragene Rede, die alle Zuhörer/innen sehr beeindruckte.

Auch unsere Schülerinnen Carolin Meier-Naß und Enna Kuhnt hatten sich für das Luther-Thema entschieden. Auch sie verschwiegen nicht Luthers Schattenseite.
Sehr originell begann Carolin mit einem ungewöhnlichen Bild: „Ich stelle mir Luther gerne als einen Entdecker im Amazonas vor. Nicht weil ich ihn als Macheten schwingenden Kaki-Hosenträger mit Sonnenhut sehe, sondern weil Luther einem ebenso unbekannten und gefährlichen Lebensweg gegangen ist. (… ) Luther hat sich seinen ganz persönlichen Weg durch seinen Dschungel geschlagen. Wenn ihm auch kein richtiger Dschungel gegenüberstand, dann doch trotzdem ein Wirrwarr aus Stimmen, Lügen, Missständen und falschen Lehren. Ein Dickicht aus blindem Gehorsam und fremdgesteuertem Leben. Luther hat also begonnen, dieses Dickicht zu lichten und Klarheit für viele zu bringen. – Auch heute stehen wir einem Dschungel gegenüber, einem Dschungel aus Nachrichten, sozialen Netzwerken und Medien, der undurchsichtiger kaum sein kann. Auch wir müssen uns einen Weg dadurch bahnen, uns neuen Informationen stellen, sie beurteilen und verarbeiten, bis endlich auch für uns sich dieses Chaos lüftet und uns einen Weg frei macht.“
Wer solche Bilder und Assoziationen in unseren Köpfen wecken kann, dem möchten wir gern lange zuhören.
Ebenso originell und aufmunternd eröffnete Enna Kuhnt ihren Vortrag. Ausgestattet mit Sonnenbrille, Sonnenhut und Getränk begann sie: „Na? Haben Sie auch schon Ihre Urlaubsplanung für dieses Jahr gemacht? Für die, die es noch nicht mitbekommen haben: Wir haben dieses Jahr Ende Oktober frei – ein verlängertes Wochenende.“ Auch sie warf gekonnt neue Schlaglichter auf Luthers Aktualität und blieb dabei erfrischend und nachdenklich: „Aber am witzigsten finde ich ja die Leute, die sich am Reformationstag als Geister, Teufel und Gespenster verkleiden, tolle Halloweenpartys feiern und uns mit dem Spruch Süßes oder Saures beglücken. Es ist fast paradox, Luther wollte uns mit seinen Schriften die Angst vor Geistern, dem Teufel und Fegefeuer nehmen und nun stehen die plötzlich vor unserer Tür?“
Miriam Krabiell und Linda Wetie Domyim hatten sich für das 2. Thema entschieden. Linda warf einen Blick auf die Bedrohungen durch eine Welt des Transhumanismus und eröffnete ihre Rede mit den Fragen: „Können Sie sich vorstellen, ein Leben ohne Netzwerk zu führen? Ist das für uns noch denkbar? Und wollen wir uns eine solche Welt ohne Netzwerke vorstellen? (…) Die Realität ist, hinter jedem Computer stehen mindestens zwei oder sogar mehrere, die uns jederzeit überwachen und Informationen über uns sammeln. Wir Nutzer sind dagegen einfach Hilflose. Weiterhin sind wir von Internet-Giganten wie Google und Facebook indirekt gezwungen, uns ihrem Willen zu unterwerfen. Kurz gesagt, es ist eine legale digitale Diktatur, da niemand uns verpflichtet, Google als Suchmaschine zu benutzen.“ Linda faszinierte auch durch ihre überaus gekonnte Körpersprache.
Miriam  gelang es, die Zuhörer/innen zum Schmunzeln zu bringen, indem sie sich anschaulich über die Ergebnisse der Suchmaschinen lustig machte. Natürlich verfolgen sie uns wochenlang mit Angeboten, wenn wir einmal nach einem Backbuch gesucht haben, und sie erstellen auch ein Profil, das eine Menge über unsere Gewohnheiten und Vorlieben aussagt. Anstatt nur zu klagen, legte Miriam auch die Vorteile von Facebook und Google dar.

Beeindruckend war, wie viele überaus gelungene Reden an dem Nachmittag vorgetragen wurden. Langweilig wurde es in den vier Stunden nie, die Pausen wurden zu Diskussionen genutzt, und die Spannung, wer denn nun in jeder Gruppe zu den besten drei gehören wird, hielt bis zum Schluss.
Interessanter und lehrreicher kann ein Nachmittag nicht sein.
Danke!

Klaus Nührig

                   

   




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