Konzept zur Berufs- und Studienorientierung am JSG

Der Weg zum Abitur muss heute auch ein gezielter Weg in die Berufswelt sein. Dazu gehört es, die eigenen Kompetenzen zu erkennen, zu maximieren und sehr früh zu erfahren, welche Fähigkeiten in einem Berufsfeld erwartet werden.

Die Übersicht veranschaulicht unser schulisches Berufsbildungs- und Studienorientierungs-konzept.

Die schulischen und außerschulischen Angebote werden verbunden mit dem Handlungskonzept, welches unter dem Text abgebildet ist.

Kompetenzfeststellungsverfahren (H1-3)

In den Jahrgängen 8 und 11 werden in einem Kompetenzfeststellungsverfahren Fähigkeiten getestet, die individuelle Stärken erkennen lassen. In Klasse 8 geht es dabei um berufsrelevante, überfachliche Kompetenzen.

In der Einführungsphase wird dieses Verfahren durch weitere Beobachtungsaufgaben zur Erfassung der Sozialkompetenz, Methodenkompetenz, Personalen Kompetenz, Kognitiven Basiskompetenz und Berufsfeldbezogenen Kompetenz ergänzt. Grundlage für die Verfahren ist vor allem das Kompetenzfeststellungsverfahren Profil AC, zur Verfügung gestellt vom Land Niedersachsen.

Betriebspraxistage und „Benimmtraining“ im Jahrgang 9 (H1, H2, H4, H5)

In Zusammenarbeit mit unserem Kooperationspartner, der „Allianz für die Region“,  lernen alle Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs an zwei Betriebspraxistagen die Arbeitswelt kennen. Ihre Erfahrungen können dazu beitragen, bereits vorhandene Interessen und Neigungen mit betrieblichen Realitäten abzugleichen.

Bereits zuvor werden externe Partner mit den Schüler*innen der 9. Klassen ein sogenanntes  „Benimmtraining“ durchführen, dabei lernen und üben die Schülerinnen und Schüler korrektes Verhalten in Bewerbungssituationen und für das spätere Berufsleben.

Betriebspraktika (H1, H3, H4)

Alle Schülerinnen und Schüler des 11. Jahrgangs absolvieren ein dreiwöchiges Praktikum in einem Betrieb bzw. Unternehmen oder einer Behörde ihrer Wahl. Sie erstellen im Anschluss eine Praktikumspräsentation und stellen diese den Schülerinnen und Schülern des 10. Jahrgangs kriterienorientiert am Zukunftstag vor.

 

Berufs- und Studienorientierung durch Berufsberater/in (H5, H6)

Schülerinnen und Schüler ab dem 11. Jahrgang, in begründeten Einzelfällen auch früher, erhalten die Gelegenheit, in unserer Schule persönliche Beratungsgespräche zur Berufs- und Studienorientierung mit einem Berufsberater/ einer Berufsberaterin der Agentur für Arbeit Hildesheim zu führen. Aktuell übernimmt diese Aufgabe Herr Ralph Ostendorp (Agentur für Arbeit Hildesheim).

 

Bewerbungstraining und Teilnahme an einem Assessment Center (H5, H7)

Das Schreiben von Bewerbungen wird im Deutschunterricht des 10. Jahrgangs geübt. Auch in den Fremdsprachen ist das Einüben einer Bewerbung ein Beitrag zum berufsorientierenden Unterricht ihrer Fächer.

Ein externer Partner verdeutlicht unseren Schüler/innen im Jahrgang 11, worauf in einem Bewerbungsgespräch Wert gelegt wird.

 

Berufsinfoabend (H1, H2, H5)

Der Berufsinfoabend für den Jahrgang 11, bei dem bis zu dreißig Experten über Berufswege, die von mindestens drei Schüler/innen nachgefragt wurden, informieren, ist eines der besonderen Standbeine des berufs- und studienorientierenden Konzepts am JSG. Der Berufsinfoabend wird im Unterricht vor- und nachbereitet.

 

Besuch einer Berufsmesse (H1, H2, H5, H6)

Mit dem Jahrgang 11 nehmen wir an der  Berufsmesse vocatium in Braunschweig teil. Das Messeangebot wird dem Jahrgang bei einer Veranstaltung an unserer Schule vorgestellt. Gesprächswünsche werden angemeldet und dann bei der Messe erfüllt.

 

Hochschulinformationstage (H2 - H5)

Alle Schülerinnen und Schüler im zweiten Semester der Qualifikationsphase können sich bei jährlich stattfindenden Hochschulinformationstagen der TU Braunschweig über Studiengänge informieren. Möglich ist auch ein Besuch weiterer Universitäten, z.B. in Hannover oder Göttingen.

Daneben gibt es vielfältige Kontakte zwischen einzelnen Fachgruppen der Schule, z.B. Informatik und Biologie, und den Universitäten

 

Zusammenarbeit mit dem Berufspsychologischen Service der Agentur für Arbeit

(H1 – H3, H5)

Intensiv gepflegt wird auch die Zusammenarbeit mit dem Berufspsychologischen Service der Agentur für Arbeit, der an der Schule studienfeldbezogene Beratungstestverfahren durchführt. Diese orientieren sich an den jeweiligen Inhalten und Anforderungen spezifischer Studiengänge. Ein Team von Agenturpsychologinnen und -psychologen gibt nach den Tests in Einzelgesprächen Rückmeldungen und Ratschläge.

 

Einbindung aller Fächer in den Prozess der Berufsorientierung (H1 – H7)

Eine weitreichende Auseinandersetzung mit der Gegenwart und Zukunft der Berufswelt ist Thema aller Fächer. Beispielhaft hierfür stehen neben dem Fach Politik/Wirtschaft die Fächer Musik, Kunst, Religion bzw. Werte und Normen, Informatik sowie die Naturwissenschaften.

Im Fach Musik wird beim Thema „Songwriting und Musikbusiness“ über berufliche Perspektiven gesprochen. Über „Design“ und „Architektur“ informiert die Fachgruppe Kunst. Die Bedeutung des Berufs für die Lebensgestaltung veranschaulichen Religion und Werte&Normen. Die Fachgruppe Informatik sowie die Naturwissenschaften pflegen intensive Kontakte zu unterschiedlichen Fachbereichen der Universitäten. Der Wahlpflichtunterricht in Chemie lehnt sich z.B. in seiner Labortätigkeit an Praktika im Bachelorstudium Chemie an. Der Beitrag der Fremdsprachen in Hinblick auf Bewerbungen wurde bereits erwähnt.

Politik/Wirtschaft informiert über Unternehmen und Arbeitsbeziehungen, Anforderungen der Arbeitswelt auch im Hinblick auf die eigene Berufs-und/oder Studienfachwahl, betriebliche Grundfunktionen und Ziele (ökonomische, soziale und ökologische) von Unternehmen vor dem Hintergrund staatlicher Regelungen. Im Fach geht es auch am Beispiel eines Unternehmensleitbildes um die Zielsetzungen von Unternehmen vor dem Hintergrund unterschiedlicher Interessen sowie um Elemente der Regelung von Arbeitsbeziehungen (u.a. Arbeits-und Tarifrecht, Mitbestimmung).

In der Einführungsphase wird die Entwicklung der Beschäftigungsstruktur (demografischer Wandel, Wandel der Beschäftigungsformen, geschlechtsspezifische Aspekte) in Deutschland thematisiert. Ökonomische und politische Herausforderungen durch die sich wandelnde Beschäftigungsstruktur und Produktionsstruktur in Deutschland (technologischer Wandel, Digitalisierung) werden angesprochen. Auf die Herausforderungen für Arbeitnehmer/innen in einer zunehmend digitalisierten und globalisierten Wirtschaft, die Auswirkungen der internationalen Arbeitsteilung auf die Beschäftigungs- und Produktionsstruktur in Deutschland sowie auf Chancen und Risiken einer digitalisierten und globalisierten Arbeitswelt wird eingegangen.

In der uns in der Einführungsphase zur Verfügung stehenden dritten Stunde in Politik/Wirtschaft sprechen wir über Geschäftsfelder, Tätigkeitsbereiche und Ausbildungsangebote von Betrieben in der Region bzw. Studienangebote von Hoch-, Fachhochschulen oder Universitäten. Außerdem über die Berufswahlorientierung im 21. Jahrhundert, über Berufswahltests und Einflussfaktoren für die eigene Berufswahl. Wir thematisieren Praxiserfahrungen und bewerten diese im Hinblick auf den weiteren Bildungsweg.

 

Aepkers/Nührig