Lehrplan

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die unterrichteten Themen in den jeweiligen Jahrgängen.

JahrgangThema
8

Politische Entscheidungsprozesse im Nahbereich
Am JSG werden im Fach Politik-Wirtschaft Problemstellungen aus dem Gegenstandsbereich „Politische Entscheidungsprozesse im Nahbereich“ vorrangig auf das Basiskonzept „Interaktion und Entscheidung“ bezogen und  primär durch die Fachkonzepte „Interesse“, „Partizipation“ und „Anreize/Restriktionen“ erschlossen. Mit dem integrierenden Fachkonzept „Interesse“ erschließen die Schülerinnen und Schüler einen exemplarischen kommunalen Entscheidungsprozess hinsichtlich divergierender individueller politischer und wirtschaftlicher Interessenlagen. Über das politische Fachkonzept „Partizipation“ konkretisieren sie Möglichkeiten und Grenzen politischer Teilhabe Jugendlicher im politischen Willensbildungs- und Entscheidungsprozess im Nahbereich. Mithilfe des ökonomischen Fachkonzepts „Anreize/Restriktionen“ verdeutlichen sich die Schülerinnen und Schüler, dass wirtschaftliche Rahmenbedingungen von Kommunen die Möglichkeiten der Interessendurchsetzung begrenzen.

Konsumentscheidungen Jugendlicher
Die Problemstellungen im Gegenstandsbereich „Konsumentscheidungen Jugendlicher“ werden am JSG vorrangig auf das Basiskonzept „Motive und Anreize“ bezogen und primär über die Fachkonzepte „Nachhaltigkeit“, „Knappheit“ und „Werte“ entfaltet.
Mit dem integrierenden Fachkonzept „Nachhaltigkeit“ erschließen die Schülerinnen und Schüler die ökonomischen, ökologischen, sozialen und rechtlichen Implikationen jugendlichen Konsumverhaltens. Mithilfe des ökonomischen Fachkonzepts „Knappheit“ erfassen sie wirtschaftliches Handeln und Präferenzsetzung als Notwendigkeit angesichts begrenzter Mittel. Über das politische Fachkonzept „Werte“ wird die Relevanz individueller Wertorientierungen bei Konsumentscheidungen konkretisiert. Die Bedeutung des individuellen Konsumverhaltens wird kriterienorientiert überprüft.
9/10

Politische Willensbildungs- und Entscheidungsprozesse auf Bundesebene
Problemstellungen aus dem Gegenstandsbereich „Politische Willensbildungs- und Entscheidungsprozesse auf Bundesebene“ werden im Fach Politik-Wirtschaft am JSG vorrangig auf das Basiskonzept „Interaktionen und Entscheidungen“ bezogen und primär durch die Fachkonzepte „Anreize/Restriktionen“, „Legitimation“ und „Macht“ erschlossen.
Mit dem integrierenden Fachkonzept „Macht“ erschließen die Schülerinnen und Schüler multiperspektivisch einen aktuellen bundespolitischen Entscheidungsprozess. Dabei stellen sie politische und ökonomische Zusammenhänge, divergierende Interessenslagen und Lösungsmöglichkeiten insbesondere vor dem Hintergrund der Einflussmöglichkeiten von Akteuren heraus. Über das ökonomische Fachkonzept „Anreize/Restriktionen“ konkretisieren sie Auswirkungen konkreter politischer Entscheidungen auf das ökonomische Verhalten von Akteuren. Mithilfe des politischen Fachkonzepts „Legitimation“ verdeutlichen die Schülerinnen und Schüler, dass die am Entscheidungsprozess beteiligten Akteure (u.a. Parteien, Verbände und Medien) mit unterschiedlichen Handlungsmöglichkeiten ausgestattet sind und ihr Handeln unterschiedlich gerechtfertigt ist.

Unternehmen und Arbeitsbeziehungen
Die Problemstellungen im Gegenstandsbereich „Unternehmen und Arbeitsbeziehungen“ werden am JSG vorrangig auf das Basiskonzept „Interaktionen und Entscheidungen“ bezogen und primär über die Fachkonzepte „Konflikt“, „Effizienz“ und „Gerechtigkeit“ erschlossen.
Mithilfe des ökonomischen Fachkonzepts „Effizienz“ erschließen die Schülerinnen und Schüler Grundfunktionen, Aufgaben und Ziele von Unternehmen und verdeutlichen Kosten-/Nutzenabwägungen der beteiligten Akteure in Tarifauseinandersetzungen. Das politische Fachkonzept „Gerechtigkeit“ wird genutzt, um die jeweilige Perspektive und Verantwortung von Arbeitgebern und Arbeitnehmern hinsichtlich Rentabilität, Leistungs- und Verteilungsgerechtigkeit zu erschließen. Das integrierende Fachkonzept „Konflikt“ wird genutzt, um Unternehmensziele vor dem Hintergrund unterschiedlicher Interessen zu erörtern und Konfliktlösungsstrategien von Arbeitnehmern und Arbeitgebern in Tarifauseinandersetzungen zu beurteilen. Durch die inhaltliche Auseinandersetzung mit den Anforderungen der Arbeitswelt wird ein wesentlicher Beitrag zur Förderung der Berufs- und Studienwahlorientierung geleistet.

Verfassungsprinzipien und Wirtschaftsordnung
Problemstellungen aus dem Gegenstandsbereich „Verfassungsprinzipien und Wirtschaftsordnung“ werden am JSG vornehmlich bezogen auf das Basiskonzept „Ordnungen und Systeme“ und primär erschlossen durch die Fachkonzepte „Sozialstaat“, „Demokratie“ und „Wirtschaftsordnung“.
Mit dem politischen Fachkonzept „Demokratie“ erschließen die Schülerinnen und Schüler das Demokratiemodell des Grundgesetzes und die Bedeutung der Verfassungsprinzipien. Gefährdungen der Demokratie durch politischen Extremismus sollten hier als Problemstellungen zum Ausgangspunkt der unterrichtlichen Realisierung gemacht werden. Mithilfe des ökonomischen Fachkonzepts „Wirtschaftsordnung“ erschließen die Schülerinnen und Schüler wesentliche Elemente der Sozialen Marktwirtschaft – auch im Hinblick auf Möglichkeiten und Grenzen staatlichen Handelns. Sie erfassen das Wettbewerbs-, das Marktkonformitäts- und das Sozialprinzip als grundlegende Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft. Das integrierende Fachkonzept „Sozialstaat“ dient den Schülerinnen und Schülern dazu, die Zusammenhänge zwischen Verfassungsprinzipien und Wirtschaftsordnung zu verdeutlichen, indem Problemstellungen der Verteilungs- und Leistungsgerechtigkeit und des sozialen Ausgleichs in den Blick genommen werden.

Europäische Union
Problemstellungen aus dem Gegenstandsbereich „Europa“ werden am JSG vorrangig auf das Basiskonzept
„Ordnungen und Systeme“ bezogen und werden primär durch die Fachkonzepte „Markt“, „Werte“ und „Integration“ erschlossen.
Mit dem integrierenden Fachkonzept „Integration“ erschließen die Schülerinnen und Schüler multiperspektivisch einen aktuellen europäischen Entscheidungsprozess. Dabei stellen sie politische und ökonomische Zusammenhänge, divergierende Interessenslagen und Lösungsmöglichkeiten insbesondere in Bezug auf die politische und ökonomische Ausgestaltung der Europäischen Union heraus. Über das ökonomische Fachkonzept „Markt“ konkretisieren sie die Bedeutung des europäischen Binnenmarktes für die ökonomische Ausgestaltung der europäischen Integration. Mithilfe des politischen Fachkonzepts „Werte“ erschließen die Schülerinnen und Schüler die Bedeutung des europäischen Integrationsprozesses für die Sicherung von Menschenwürde, Demokratie, Freiheit, Gleichheit, Frieden und Rechtsstaatlichkeit. Am Beispiel einer aktuellen Problemstellung erschließen die Schülerinnen und Schüler die politische und ökonomische Rolle der Europäischen Union im Kontext internationaler Beziehungen.
11

Wandel der Arbeitswelt in der globalisierten Gesellschaft
Problemstellungen aus dem Gegenstandsbereich „Wandel der Arbeitswelt in der globalisierten Gesellschaft“ werden im Fach Politik-Wirtschaft am JSG vorrangig auf das Basiskonzept „Interaktionen und Entscheidungen“ bezogen und primär durch die Fachkonzepte „Arbeitsteilung/Spezialisierung“, „Sozialer Wandel“ und „Interdependenzen“ erschlossen.
Mit dem integrierenden Fachkonzept „Interdependenzen“ erschließen die Schülerinnen und Schüler die wechselseitige Abhängigkeit von wirtschaftlichen und sozialen Wandlungsprozessen und deren Auswirkungen auf Ökonomie und Gesellschaft vor allem im Hinblick auf betriebliche Strukturen, Arbeitsorganisation und Erwerbsbiografien. Mithilfe des politischen Fachkonzepts „Sozialer Wandel“ verdeutlichen die Schülerinnen und Schüler arbeitsmarktrelevante Entwicklungsprozesse in der Gesellschaft. Über das ökonomische Fachkonzept „Arbeitsteilung/Spezialisierung“ konkretisieren sie strukturelle und betriebliche Wandlungsprozesse hinsichtlich der Veränderungen von Anforderungen an Betriebe und Beschäftigte.

Globale politische und ökonomische Prozesse
Die Problemstellungen im Gegenstandsbereich „Globale politische und ökonomische Prozesse“ werden am JSG vorrangig auf das Basiskonzept „Ordnungen und Systeme“ bezogen und primär über die Fachkonzepte „Internationale Beziehungen“, „Menschenrechte“ und „Wettbewerb“ entfaltet.
Mit dem integrierenden Fachkonzept „Internationale Beziehungen“ erschließen die Schülerinnen und Schüler die Bedeutung internationaler ökonomischer und politischer Kooperationen für die Ausgestaltung internationalen Handels und globaler Entwicklungsprozesse. Mithilfe des ökonomischen Fachkonzepts „Wettbewerb“ verdeutlichen die Schülerinnen und Schüler ökonomische Rahmenbedingungen für Unternehmen und Handel in der wirtschaftlichen Globalisierung. Über das politische Fachkonzept „Menschenrechte“ verdeutlichen sie exemplarisch Ziele politischer Kooperation auf internationaler Ebene am Beispiel der Agenda 2030 der UNO.

Berufs- und Studienorientierung sowie Schülerbetriebspraktikum
Der Unterricht im Fach Politik-Wirtschaft am JSG in der Einführungsphase beinhaltet zur Berufs- und Studienorientierung Unterricht im Umfang von einer Wochenstunde, die sogenannte „BO-Stunde“. Diese Wochenstunde wird in die Leistungsbewertung nicht einbezogen.
Die Erfahrungen, die im Schülerbetriebspraktikum gesammelt werden, ergänzen die Kompetenzen, die im Fachunterricht Politik-Wirtschaft im Schuljahrgang 11 zu erwerben sind. An dieser Stelle greifen Fachunterricht und Schülerbetriebspraktikum ineinander.
Siehe auch an anderer Stelle unter „Berufs- und Studienorientierung“.
12/1Politische Partizipation zwischen Anspruch und Wirklichkeit
Problemstellungen aus dem Gegenstandsbereich „Politische Partizipation zwischen Anspruch und Wirklichkeit “ werden vor allem auf erhöhtem Niveau vorrangig auf das Basiskonzept „Interaktionen und Entscheidungen“ bezogen. Sie werden primär durch die Fachkonzepte „Partizipation“, „Effektivität“ und „Macht“ erschlossen.
Mit dem politischen Fachkonzept „Partizipation“ konkretisieren die Schülerinnen und Schüler die Bedeutung sowie Möglichkeiten und Grenzen der individuellen Teilhabe im politischen Willensbildungs- und Entscheidungsprozess in Deutschland und auf europäischer Ebene. Mit dem ökonomischen Fachkonzept „Effektivität“ verdeutlichen die Schülerinnen und Schüler Bedingungen für die Artikulation und Durchsetzung von Interessen. Mit dem integrierenden Fachkonzept „Macht“ erschließen die Schülerinnen und Schüler Möglichkeiten und Grenzen politischer und ökonomischer Akteure, um durch Teilhabe oder mediale Vermittlung eigene Interessen im politischen Willensbildungs- und Entscheidungsprozess einführen und durchsetzen zu können.
12/2Soziale Marktwirtschaft zwischen Anspruch und Wirklichkeit
Die Problemstellungen im Gegenstandsbereich „Soziale Marktwirtschaft zwischen Anspruch und Wirklichkeit“ werden vor allem auf erhöhtem Niveau vorrangig auf das Basiskonzept „Ordnungen und Systeme“ bezogen. Sie werden primär über die Fachkonzepte „Verteilung“, „Werte“ und „Soziales Dilemma“ erschlossen.
Mithilfe des ökonomischen Fachkonzepts „Verteilung“ erschließen die Schülerinnen und Schüler wirtschaftliche Ursachen für Verteilungskonflikte und die Notwendigkeit des effizienten Umgangs mit Ressourcen. Mithilfe des politischen Fachkonzepts „Werte“ konkretisieren sie die Bedeutung der Grundwerte Freiheit, Gerechtigkeit und Sicherheit für die Ausgestaltung der sozialen Marktwirtschaft. Das integrierende Fachkonzept „Soziales Dilemma“ wird von den Schülerinnen und Schülern genutzt, um das Spannungsverhältnis von Wirtschaft und Umwelt sowie wirtschaftspolitische Zielkonflikte zu verdeutlichen.
13/1Friedenssicherung als nationale und internationale Herausforderung
Problemstellungen aus dem Gegenstandsbereich „Friedenssicherung als nationale und internationale Herausforderung“ werden vor allem auf erhöhtem Niveau vorrangig auf das Basiskonzept „Interaktionen und Entscheidungen“ bezogen. Sie werden primär durch die Fachkonzepte „Frieden“, „Knappheit“ und „Konflikt“ erschlossen.
Mithilfe des integrierenden Fachkonzepts „Konflikt“ erschließen die Schülerinnen und Schüler beispielbezogen soziale, ökonomische und politische Ursachen, Erscheinungsformen und Folgen eines internationalen Konflikts und von internationalem Terrorismus und reflektieren politische, ökonomische und soziale Konfliktlösungsansätze. Mit dem ökonomischen Fachkonzept „Knappheit“ fokussieren die Schülerinnen und Schüler ökonomische Ursachen internationaler Konflikte und mögliche ökonomische Lösungsansätze. Über das politische Fachkonzept „Frieden“ konkretisieren sie Zielsetzungen, Möglichkeiten und Grenzen nationaler, supranationaler, transnationaler und internationaler Sicherheitspolitik.
13/2Chancen und Risiken weltwirtschaftlicher Verflechtungen
Die Problemstellungen im Gegenstandsbereich „Chancen und Risiken weltwirtschaftlicher Verflechtungen“ werden vor allem auf erhöhtem Niveau vorrangig auf das Basiskonzept „Ordnungen und Systeme“ bezogen. Sie werden primär über die Fachkonzepte „Markt“, „Internationale Regime“ und „Kooperation“ erschlossen.
Mithilfe des ökonomischen Fachkonzepts „Markt“ verdeutlichen die Schülerinnen und Schüler die Dimensionen der ökonomischen Globalisierung, Erklärungsansätze für Globalisierungsprozesse sowie die Bedeutung außenhandelspolitischer Leitbilder. Das politische Fachkonzept „Internationale Regime“ wird genutzt, um Regeln und Ziele nationaler, europäischer und supranationaler Handelspolitiken zu konkretisieren. Das integrierende Fachkonzept „Kooperation“ dient dazu, Möglichkeiten und Grenzen ihrer ökonomischen und politischen Gestaltung zu erfassen.